17.04.2019 Maximilian Völkl

Paukenschlag beim Siemens-Rivalen: ABB vor Umbruch – Aktie springt an – die Hintergründe!

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ABB
Trendthema

Mitten im Konzernumbau hat ABB-Chef Ulrich Spiesshofer seinen Posten überraschend niedergelegt. Am Mittwoch hat der Schweizer Industriekonzern zudem seine Ergebnisse zum ersten Quartal präsentiert. An der Börse kommen Chefwechsel und Zahlenwerk gut an, die ABB-Aktie klettert um über fünf Prozent. 

Es könnte der Befreiungsschlag sein. Spiesshofer konnte die Aktionäre nicht überzeugen. Trotz des Umbaus kam die ABB-Aktie in seiner Amtszeit kaum vom Fleck. Auch im Verwaltungsrat des Schweizer Industriekonzerns nahmen die Zweifel am CEO deshalb zu. 

Nach dem sofortigen Rücktritt Spiesshofers übernimmt zunächst Verwaltungsratspräsident Peter Voser interimistisch die Geschäftsleitung. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger dürfte jetzt auf Hochtouren laufen. 

Im Dezember hatte Spiesshofer noch den milliardenschweren Verkauf der Stromnetzsparte an Hitachi verkündet. Von Investoren war ein solcher Schritt schon lange gefordert worden – eine positive Reaktion an der Börse blieb jedoch aus. Dennoch kommt der Zeitpunkt des Spiesshofer-Rücktritts nun überraschend. 

Die neue ABB

Solide Zahlen 

Im ersten Quartal hat ABB den Umsatz stärker gesteigert als den Auftragseingang. Während die Erlöse um sechs Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar kletterten, legten die Neuaufträge lediglich um ein Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar zu. ABB sprach von einem „soliden Auftrags- und Umsatzwachstum, trotz der Abschwächung in einigen Endmärkten.“ 

Die Marge ging dagegen erneut zurück. Die Integration von GE Industrial Solutions und weitere Kosten belasteten, so dass die EBITA-Marge um einen halben Prozentpunkt auf 11,2 Prozent zurückging. Unter dem Strich lag der Reingewinn sogar sechs Prozent unter dem Vorjahresquartal. 

Einen detaillierten Ausblick gab es bei ABB wie gewohnt nicht. 

Konglomerate wieder gefragt 

Mit dem Kurssprung am Mittwoch hat die ABB-Aktie den charttechnischen Befreiungsschlag geschafft. Für die neue Industriewelt ist der Konzern ohnehin gut gerüstet. Unter einem neuen Chef kann der Umbau nun vorangetrieben werden, dann dürften auch die Margen wieder steigen. An der Börse sind Industriekonglomerate wie auch Siemens zudem nach langer Zeit wieder gefragt. Eine erste Position bietet sich an.