Während der US-Tech-Index Nasdaq 100 am Donnerstag deutlich nachgibt, legen die Papiere von Palantir um rund vier Prozent zu. Frische Kursfantasie erhielt die Aktie durch eine Neueinstufung von DA Davidson & Co. Das Analysehaus rät nun zum Kauf von Palantir und hat zudem sein Kursziel erhöht.
• Palantir legt am Donnerstag rund vier Prozent zu, während der Nasdaq 100 deutlich nachgibt.
• Analyst Gil Luria sieht in Anthropics Konflikten mit der US-Regierung Störungsrisiken für dessen Kunden und wertet dies als Beseitigung der größten wahrgenommenen Bedrohung für Palantir.
• Als Vorteil gilt Palantirs Orchestrierungsebene, die einen problemlosen Austausch der KI-Modelle erlaubt; trotz hoher Preise kämen viele Kunden von sich aus auf das Unternehmen zu.
Konkret änderte DA Davidson & Co sein Anlagevotum von „Neutral“ auf „Buy“ und schraubte das Kursziel von 165 auf 175 US-Dollar nach oben. Analyst Gil Luria verwies darauf, dass die jüngsten Auseinandersetzungen von Anthropic mit der US-Regierung Störungsrisiken für dessen Unternehmenskunden bergen könnten.
Hintergrund sei eine Meldung vom 1. Juli, wonach US-Beschränkungen für Anthropics „Mythos" ausländische Unternehmen im Unklaren lassen. „Wir sind der Ansicht, dass diese Entwicklung die größte wahrgenommene Bedrohung für Palantir beseitigt – die Vorstellung, dass Unternehmen sich an Anthropic und OpenAI wenden, um ihre größten Probleme zu lösen", so Luria.
Als Vorteil wertete der Analyst zudem, dass Palantir sein Modell auf einer Orchestrierungsebene aufbaut. Diese erlaubt es dem Konzern, seine KI-Modelle problemlos auszutauschen, ohne dass dies nennenswerte Auswirkungen auf die Kunden hätte. Trotz des hohen Preisniveaus der Palantir-Produkte seien viele Kunden von sich aus auf das Unternehmen zugekommen – ein deutliches Zeichen für die bestehende Nachfrage.
Bereits am Mittwoch hatte Palantir-CEO mit seinen Aussagen zu OpenAI und Anthropic für Aufsehen gesorgt. Er betonte allerdings auch, dass sein Unternehmen ein Nutznießer der Fehler der beiden KI-Konzerne sei. Das bestätigt nun auch DA Davidson & Co, wodurch sich der Wochengewinn der Palantir-Papiere mittlerweile auf rund 17 Prozent beläuft – und das, obwohl der Nasdaq 100 im gleichen Zeitraum nur knapp ein Prozent zulegen konnte. Dennoch kann man aus charttechnischer Sicht noch nicht von einem finalen Befreiungsschlag sprechen. Anleger bleiben an der Seitenlinie.
Was ist Palantir?
Palantir Technologies ist ein US-amerikanisches Softwareunternehmen, das auf die Analyse und Auswertung großer Datenmengen spezialisiert ist.
Wer nutzt die Software von Palantir?
Zu den Kunden zählen sowohl staatliche Stellen und Behörden – etwa aus dem Verteidigungs- und Sicherheitsbereich – als auch Unternehmen aus der Privatwirtschaft.
Wer steht hinter Palantir?
Das Unternehmen wurde 2003 mitgegründet und wird von Alex Karp als CEO geführt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.
Heute, 21:40