Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
09.03.2020 Florian Söllner

Ölpreis: Schreck für Tesla, Powercell, Nel und Solar – diese Studie ist jetzt wichtig

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Solaredge
Trendthema

Massiver Crash im Ölpreis. Über Nacht fielen wichtige Sorten um 30 Prozent auf rund 30 Dollar pro Barrel. Anleger sind geschockt. Nur Autofahrer, die Benzin und Diesel tanken, sind zunächst auf der Gewinnerseite. Die bange Frage der Aktionäre: Verzichten nun in Zukunft viele darauf, sich ein Elektroauto zu kaufen oder sich ein Wasserstoff-Auto anzuschaffen, welches Energie aus Solar- und Windstrom gewinnt?

Ab zehn Dollar wird es ein Problem

Zumindest auf lange Sicht sind diese Sorgen unbegründet. Bereits 2019 hat die Großbank BNP Paribas in einer Studie errechnet, dass Wind und Solar als Energieform für Elektroautos nicht nur umweltpolitische, sondern auch unschlagbare ökonomische Vorteile haben. Der Ölpreis müsste sich noch einmal dritteln und auf zehn Dollar fallen, um laut der Studie „Whells, Wheels and Wires“ dem Benziner doch noch zum Sieg zu verhelfen. Bei Dieselmotoren liegt diese Schwelle mit „17 bis 19 Dollar“ ebenfalls noch weit von den heutigen Kursen weg. In dem Szenario wurde der Frage nachgegangen, was lukrativer ist: Ein Ölgeschäft zu finanzieren und damit einen Benziner anzutreiben oder Kapital in neue Wind- und Solarparks stecken, um ein Batterieauto in Schwung zu bringen.

Solaredge (WKN: A14QVM)

„Bei gleichem Kapitaleinsatz werden heute schon erneuerbare Energien in Tandem mit Elektroautos sechs bis siebenmal mehr Energie auf die Straße bringen als Öl in Verbindung mit einem Benzinmotor", so die Autoren. Wasserstoff-Antriebe wurden nicht explizit berechnet, doch können in Zukunft ähnlich stark aus Wind und Solar ihre Energie gewinnen und laut neuer Studien zumindest bei größeren Fahrzeugen ebenfalls bald den Break-even zum Verbrenner erreichen.

Auch wenn ein niedriger Ölpreis die Vorteile des Elektroautos nicht aufwiegen kann, dürften die nächsten Tage ungemütlich werden. Der Rekordverlust im DAX und Ölpreis ist auch ein Anzeichen einer bevorstehenden kniffligen konjunkturellen Lage – in der sich Menschen die Anschaffung derzeit oft noch kostspieliger Elektroautos sehr gut überlegen. Weniger direkt dürfte sich die neue Lage auf Solaraktien auswirken, die zuletzt teils bemerkenswerte relative Stärke zeigten. Im neuen AKTIONÄR werden die die Auswirkungen des Öl-Crash auf die einzelnen Sektoren im Detail behandeln.