Vorbörslich notiert Nvidia am Dienstag im Minus. Der Grund dafür kommt erneut aus China: DeepSeek arbeitet offenbar an eigenen KI-Chips und könnte damit den nächsten Angriff auf die Marktstellung westlicher Hardwarehersteller starten. DER AKTIONÄR wirft einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen.
Wie Reuters unter Berufung auf mehrere Insider berichtet, entwickelt das chinesische KI-Unternehmen derzeit eigene Halbleiter. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Nvidia – aber auch von Huawei – deutlich zu reduzieren und die eigene KI-Infrastruktur künftig selbst zu kontrollieren.
Bisher machte sich DeepSeek vor allem mit leistungsstarken KI-Modellen einen Namen, die deutlich günstiger entwickelt wurden als viele westliche Konkurrenzprodukte. Nun geht das Unternehmen den nächsten logischen Schritt und steigt in die Chipentwicklung ein.
Der von DeepSeek entwickelte Chip soll auf sogenannte Inferenz-Anwendungen spezialisiert sein. Dabei handelt es sich um den Prozess, bei dem bereits trainierte KI-Modelle Nutzeranfragen in Echtzeit verarbeiten und Antworten generieren. Laut Insidern baut das Unternehmen dafür gezielt ein eigenes Entwicklerteam auf und führt bereits Gespräche mit potenziellen Fertigungspartnern.
Die Nachricht sorgt an den Märkten für Nervosität. Die Nvidia-Aktie notiert vorbörslich rund zwei Prozent im Minus. Zwar gelten Nvidias Hochleistungschips weiterhin als technologischer Maßstab, doch die Entwicklung zeigt, dass China seine Abhängigkeit von westlicher Hardware immer weiter reduzieren will.
Beschleunigt wird dieser Prozess zusätzlich durch die US-Exportbeschränkungen. Unternehmen wie DeepSeek investieren deshalb zunehmend in eigene Lösungen, anstatt auf ausländische Anbieter angewiesen zu bleiben. Nachdem DeepSeek bereits mit kosteneffizienten KI-Modellen für Aufsehen gesorgt hat, könnte das Unternehmen nun auch den Chipmarkt aufmischen und dadurch den Druck auf Nvidia zusätzlich erhöhen.
Trotz der neuen Gefahr aus China: Nvidia bleibt vorerst der Top-Pick des AKITONÄR in Sachen Chips. Welche Aktien aus dem Reich der Mitte derweil trotzdem ins Depot gehören, erfahren Sie im China Stock Report. Alle Infos zum Börsendienst finden Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Heute, 14:50