Nintendo hat im ersten Quartal abgeliefert. Der operative Gewinn schoss um mehr als 150 Prozent auf 142,6 Milliarden Yen nach oben und der Umsatz übertraf mit rund 518 Milliarden Yen die Analystenschätzungen deutlich. Für die Aktie ging es daher am Donnerstag in Tokio um rund drei Prozent aufwärts. Die Preisfrage lautet nun: Gelingt der Nintendo-Aktie jetzt die Trendwende?
Ganz ohne Gegenwind ist Nintendo allerdings nicht unterwegs. Vor allem die im Zuge des KI-Booms gestiegenen Speicherpreise sowie Zölle belasten die Kostenbasis. Das Management rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit zusätzlichen Belastungen von rund 100 Milliarden Yen. Als Reaktion wurde der Preis der Switch 2 in Japan bereits von 49.980 auf 59.980 Yen angehoben.
Beim Absatz der Konsole zeigt sich derweil eine Normalisierung: Im abgelaufenen Quartal gingen die Verkäufe der Switch 2 auf 3,82 Millionen Einheiten zurück. Für Nintendo sind jedoch vor allem die Spieleverkäufe entscheidend. Sie sorgen für die hohen Margen, während mit der Hardware selbst nur vergleichsweise wenig verdient wird. Die Zahl der verkauften Videospiele kletterte dagegen auf 9,46 Millionen Exemplare. Besonders Spin-offs aus dem erweiterten „Mario“-Kosmos wie beispielsweise das im Mai erschienene „Yoshi and the Mysterious Book“ beflügelten die Videospielverkäufe.
Nachdem das Papier zuletzt mit dem Sprung über den GD50 bereits ein erstes Kaufsignal geliefert hatte, wurde dieses durch den heutigen Anstieg bestätigt. Nun gilt es, das neue Momentum zu halten. Dafür müsste das Papier die 50-Euro-Marke zurückerobern.
Nintendo liefert derzeit ein spannendes Bild: Die operativen Zahlen zeigen in die richtige Richtung obwohl sich der Hype um die Switch 2 abflacht. Nach der jüngsten Talfahrt, die das Papier um 50 Prozent drückte, sollten Anleger jedoch nicht voreilig agieren und zunächst von der Seitenlinie aus beobachten, ob sich die Erholung fortsetzt oder als Bullenfalle erweist. Aktuell ist die Aktie kein Kauf.
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