Die Nintendo-Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten 42 Prozent eingebüßt. Am Freitag ging es für die Papiere des Gamingkonzerns in Tokio jedoch um 3,6 Prozent aufwärts. Auslöser für den Richtungswechsel sind die frischen Quartalszahlen und eine angekündigte Preiserhöhung für die Switch 2. Doch reicht dies, um eine nachhaltige Trendwende einzuläuten?
Die Nintendo-Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten 42 Prozent eingebüßt. Am Freitag zieht der Aktienkurs jedoch um 3,6 Prozent an. Auslöser für den Richtungswechsel sind die frischen Zahlen und die Ankündigung von Preiserhöhungen. Doch reicht dies, um eine nachhaltige Trendwende einzuläuten?
Im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 31. März) verbuchte Nintendo ein Umsatzplus von 98,6 Prozent auf 2,31 Billionen Yen (rund 14,7 Milliarden Dollar). Gleichzeitig kletterte der operative Gewinn um 27,5 Prozent auf 360 Milliarden Yen (2,3 Milliarden Dollar). Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 424 Milliarden Yen zu Buche. Kurzum: Die Markteinführung der Switch 2 hat den Japanern 2025 ein sattes Wachstumsjahr beschert.
Damit schnitt das Unternehmen durchwachsen ab: Analysten hatten im Vorfeld mit einem Erlös von 2,33 Billionen Yen und einem operativen Gewinn von 388 Milliarden Yen gerechnet. Zudem wurden beim Nettogewinn 413 Milliarden Yen prognostiziert.
Auch die Verkaufszahlen ließen zu wünschen übrig: Nintendo verkaufte im vergangenen Jahr 19,86 Millionen Switch-2-Konsolen und immerhin noch 3,8 Millionen Geräte der ersten Switch-Generation. Der Markt hatte jedoch 20,16 Millionen Switch-2-Konsolenverkäufe und 3,94 Millionen verkaufe Switch-1-Geräte erwartet.
Preiserhöhungen angekündigt
Nintendo zieht die Preise an: In Japan wird ab dem 25. Mai nicht nur die neue Switch 2 teurer, sondern die komplette Switch-Familie inklusive Switch, Switch OLED und Switch Lite. Auch die Gebühren für Nintendo Switch Online steigen im Juli. In den USA erhöht Nintendo den Preis der Switch 2 ab dem 1. September von 449,99 auf 499,99 Dollar, in Europa von 469,99 auf 499,99 Euro. Grund für die Preiseerhöhung sind steigende Produktionskosten, wegen hoher Chippreise, die Nintendo dadurch auffangen will.
Enttäuschend ist zudem die Absatzprognose: Nintendo rechnet mit sinkenden Verkaufszahlen der Switch 2. Während im Konsolenzyklus das zweite Jahr normalerweise für deutliches Wachstum steht, prognostiziert Nintendo für das laufende Geschäftsjahr (bis März 2027) nur noch 16,5 Millionen verkaufte Einheiten.
Doch auch die bei der Umsatz- und Gewinnprognose enttäuschte der Konzern. Hatten Analysten zuvor einen Umsatz von 2,46 Billionen Yen und einen Gewinn von 418 Milliarden Yen erwartet, stellte Nintendo nur einen Erlös von 2,05 Billionen Yen und einen Nettogewinn von 310 Milliarden Yen.
Trotzdem stieg die Nintendo-Aktie am Freitag an der Heimatbörse in Tokio um dreieinhalb Prozent. Nach der Talfahrt der vergangenen scheint die Enttäuschung bereits eingepreist gewesen zu sein. Ein nachhaltiger Trendwechsel ist aus charttechnischer Sicht jedoch noch nicht erkennbar. Ein Einstieg bei Nintendo drängt sich daher aktuell nicht auf.
Heute, 07:00