DER ZOCK DES JAHRES IST ZURÜCK >> MEHR ERFAHREN
Foto: Börsenmedien AG
23.05.2016 Maximilian Steppan

Netflix droht Äger von EU-Kommission – Aktie trotzdem kaufen?

-%
Netflix

Ein deutliches Lebenszeichen gab die Netflix-Aktie zum Ende der vergangenen Handelswoche von sich: Mehr als drei Prozent legte das Papier auf 92,49 Dollar (82,35 Euro) zu. Bitter nötig, denn seit Jahresbeginn stehen bislang Kursverluste von mehr als 20 Prozent zu Buche. Dabei drohen dem Unternehmen strengere Regularien von der EU-Kommission.

Laut einem Pressebericht will diese den Videostreaming-Anbietern aus den USA strengere Auflagen machen. Anbieter wie Netflix und Amazon könnten künftig gezwungen werden, ihren Online-Katalog von angebotenen Filmen und Serien zu mindestens 20 Prozent mit europäischen Produktionen zu füllen, schreibt die Financial Times unter Berufung auf einen Entwurf der EU-Kommission.

Gleiches Recht für alle

Damit würden die meist in den USA sitzenden Internetanbieter den gleichen Regularien unterworfen, die für herkömmliche Sendeanstalten in Europa gelten. In einigen EU-Nationalstaaten gehört auch die finanzielle Förderung europäischer Produktionsinhalte zu den Auflagen. Zeitnah könnte die Brüsseler Behörde ihren Plan veröffentlichen, hieß es.

Die Anbieter wehren sich gegen derartige Auflagen. Netflix verwies dem Blatt zufolge gegenüber der EU-Kommission auf Fehlanreize - Inhalteanbieter würden durch Mindestquoten dazu gebracht, möglichst billige und qualitativ schwache Produktionen einzukaufen. In jüngster Zeit hat etwa Netflix auch auf einige europäische Eigenproduktionen gesetzt. Nach wie vor steht aber der Vorwurf im Raum, herkömmliche Sender wie die britische BBC investierten mehr in die Produktion neuer Inhalte.

Foto: Börsenmedien AG

Trade wagen

Der Kurssprung sorgte für Durchatmen bei den Investoren – einmal mehr hat sich der Bereich um die 90-Dollar-Marke als tragfähige Unterstützung erwiesen. Obwohl der Abwärtstrend noch intakt ist, können spekulativ orientierte Anleger mit einem engen Stopp bei 86 Dollar (76,58 Euro) einen Trade wagen. Als Ziel gilt zunächst die untere Kante der Kurslücke bei rund 100 Dollar (89,05 Euro).

(Mit Material von dpa-AFX)

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Netflix - €

Buchtipp: Der Freiheitshandel

Politisch und wirtschaftlich ist die demokratische Welt so schwach wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Konzept „Wandel durch Handel“ ist gescheitert. Vielmehr hat es Diktaturen gestärkt und Demokratien untergraben.

 Freie und offene Gesellschaften sind existenziell gefährdet. Der russische Einmarsch in der Ukraine, der brutale Angriff auf Israel, der wieder salonfähig gewordene Antisemitismus und die wirtschaftliche Abhängigkeit von China müssen ein Weckruf für offene Gesellschaften sein. Es braucht jetzt grundlegende Veränderungen.

 Der einzige wirklich transatlantische Medienunternehmer Europas plädiert für einen Kurswechsel in der demokratischen Handelspolitik. Die Gründung eines neuen wertebasierten Bündnisses der Demokratien: Die Freiheitshandelsallianz.

Der Freiheitshandel

Autoren: Döpfner, Mathias
Seitenanzahl: 192
Erscheinungstermin: 18.04.2024
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-953-1

Jetzt sichern