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01.07.2019 Andreas Deutsch

Nestlé, Novartis und Co am Pranger – so können Anleger jetzt noch handeln

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Novartis

Im Streit um ein neues Partnerschaftsabkommen erhöht die Europäische Union den Druck auf die Schweiz. Die Leidtragenden sind die Anleger, denn ab diesem Montag dürfen an den meisten europäischen Handelsplätzen die Aktien von Schweizer Unternehmen nicht mehr gehandelt werden. Welchen Ausweg gibt es für die Aktionäre?

Weil sich die Schweizer Regierung wegen innenpolitischer Widerstände weigert, dem bereits ausgehandelten Vertrag zuzustimmen, erkennt die EU ab diesem Montag die Schweizer Börsenregulierung nicht mehr als gleichwertig an.

Damit werden EU-Händler bis auf Weiteres nicht mehr uneingeschränkt an der Börse in Zürich handeln können. Die Schweiz will versuchen, die Konsequenzen der EU-Entscheidung mit einer Notfallverordnung zum Schutz des Schweizer Börsenplatzes abzufedern.

Das ausgehandelte, aber von der Schweiz bislang nicht unterzeichnete Rahmenabkommen soll den gegenseitigen Marktzugang einheitlicher und effizienter machen. Für die EU geht es vor allem darum, dass die Schweiz in bestimmten Bereichen EU-Regeländerungen übernimmt und sich an die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hält, soweit sich die Urteile auf Bereiche beziehen, die Teil von Abkommen sind.

Was sollen Anleger tun?

Viele Anleger machen sich jetzt Sorgen, ob sie noch Schweizer Aktien kaufen und verkaufen können. „Ja, können sie“, sagt ein Sprecher des Onlinebrokers Flatex. „Möglich ist dies bei Lang & Schwarz ab 5,90 Euro pro Trade.“

Wie lange Lang & Schwarz diesen Service anbieten kann, sei laut dem Sprecher aber nicht abzusehen. Fällt er weg, sei es aber möglich, direkt in Zürich zu handeln – ab 15,90 Euro pro Trade.

„Um den Kunden auch weiterhin den Handel am Börsenplatz Zürich mit den Schweizer Aktien zu ermöglichen, werden wir die betroffenen Bestände auf unsere Schweizer Lagerstelle umlagern“, so der Sprecher weiter. Diese Kosten übernehme Flatex für die Kunden.

Und wie geht es im Streit mit der Schweiz jetzt weiter? Die EU kann jetzt nur noch hoffen, dass sich mit ihrem Vorgehen nicht selbst ins Knie geschossen hat - was der Fall wäre, wenn es mehr dem EU-Finanzmarkt schadet als dem in der Schweiz. In Brüssel wird mittlerweile davon ausgegangen, dass mögliche Schlichtungsgespräche nicht vor den Schweizer Parlamentswahlen am 20. Oktober abgeschlossen werden können.

(Mit Material von dpa-AFX)