Wer in die Aktionärsstruktur der größten Weltkonzerne wie Amazon oder Nvidia blickt, stößt fast immer auf dieselben Namen: BlackRock, Vanguard – und direkt dahinter State Street. Als drittgrößter Vermögensverwalter der Welt ist State Street eine Macht im Hintergrund der Finanzmärkte. Am Freitag hat der Gigant Zahlen für das erste Quartal geliefert und die Aktie um fünf Prozent auf ein neues Allzeithoch getrieben. Doch der Blick auf die Profitabilität zeigt: Ein Konkurrent ist noch deutlich stärker unterwegs.
State Street lieferte zum Jahresauftakt Rekordwerte bei den Gebühreneinnahmen und dem Zinsergebnis. Das verwaltete Vermögen (AUC/A) kletterte um 17 Prozent auf den Bestwert von 54,5 Billionen Dollar. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 764 Millionen Dollar. Mit einem Ergebnis je Aktie von 2,49 Dollar schlug der Konzern die Analystenschätzungen. Konzernchef Ron O'Hanley spricht von einem starken Start in ein dynamisches Jahr 2026. Die Aktie reagiert im freundlichen Marktumfeld mit dem Sprung auf ein neues Rekordhoch.
Beim Vergleich der Kennzahlen zeigt sich jedoch ein klarer Vorsprung für die Bank of New York Mellon (BNY). State Street meldet eine Eigenkapitalrendite (ROTCE) von 17,6 Prozent. Das ist solide, doch BNY spielt in einer eigenen Liga. Die älteste Bank der USA lieferte am Donnerstag Zahlen ab, die die Branche deklassieren: Die Eigenkapitalrendite (ROTCE) sprang auf 29 Prozent. Damit setzt sich BNY nicht nur von State Street ab, sondern lässt selbst den Branchenprimus JPMorgan (23 %) weit hinter sich.
BNY verwaltet aktuell ein Vermögen von 59,4 Billionen Dollar (AUC/A). Die Bank hat die KI-Integration bereits tief in ihre Prozesse verwoben. Über die eigene Plattform „Eliza“ automatisiert das Haus die Datenströme bei der Verwaltung gigantischer Vermögenswerte. Diese technologische Dominanz führt bei BNY bereits zu einer Vorsteuer-Marge von 37 Prozent. Während die Konkurrenz noch mit Umstrukturierungen kämpft, erntet BNY die Früchte seiner Vorarbeit.
Das Management nutzt diese operative Stärke für ein Aktienrückkaufprogramm über zehn Milliarden Dollar. BNY setzt damit den Standard für Effizienz im Sektor und lässt die Aktionäre unmittelbar am Erfolg teilhaben. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 2,24 Dollar.
Die Zahlen von State Street belegen die Stärke der großen Verwahrer. BNY bleibt jedoch das qualitativ überlegene Investment. Die Bank verwaltet mehr Vermögen, steigert den Gewinn je Aktie mehr als doppelt so schnell wie State Street und arbeitet mit einer Eigenkapitalrendite von 29 Prozent deutlich profitabler. Diese Überlegenheit und die hohen Kapitalrückzahlungen machen die Aktie zum Favoriten für die Rekordjagd. Anleger lassen die Gewinne bei BNY laufen.
Heute, 20:45