04.11.2015 Marion Schlegel

Morphosys mit höherem Verlust: Ist die Aktie trotzdem ein Kauf?

-%
Deutsche Bank
Trendthema

Der Biotech-Konzern Morphosys sieht sich trotz roter Zahlen und schrumpfender Umsätze auf Kurs. Für das Mittel MOR208 gegen Krankheiten am Lymphsystem arbeite das Unternehmen auf eine Studie der letzten Forschungsphase hin (Phase III), sagte Morphosys-Chef Simon Moroney am Mittwoch laut Mitteilung. Im September veröffentlichte MorphoSys einen aktualisierten Überblick über seine firmeneigene Wirkstoffpipeline und bekräftigte seine Pläne, Investitionen in die eigene Entwicklung weiter zu verstärken. Ziel ist es, mit MOR208 den ersten eigenen Arzneimittelkandidaten in eine Phase 3-Studie voranzubringen, deren Start im Jahr 2017 geplant ist.

Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen dagegen erst einmal weiter ins Minus. Der Nettoverlust hat sich auf 8,3 Millionen Euro im Jahresvergleich mehr als verdreifacht, der Umsatz schrumpfte um fast ein Drittel auf 11,3 Millionen Euro. 2013 hatte sich das Unternehmen über eine Kapitalerhöhung Geld besorgt, um verstärkt selbst Wirkstoffe zu entwickeln, nicht mehr nur mit Partnern aus der Pharmaindustrie. Danach hatten die Bayern gut 390 Millionen Euro auf der Bank, Ende des zweiten Quartals waren davon noch 317,7 Millionen übrig - rund sieben Millionen weniger als zum Ende des Vorquartals.

Kaufempfehlung für Morphosys

Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Morphosys vor den Zahlen von 81 auf 80 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Ergebnisse für das dritte Quartal sollten nicht überraschen, schrieb Analyst Gunnar Romer in einer Studie vom Montag. Er habe seine Gewinnschätzungen je Aktie für 2016 und 2017 deutlich gesenkt, weil das Biotech-Unternehmen seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich erhöhen dürfte. Zwar fehlten dazu noch ein konkreter Unternehmensausblick, aber mehr Aufwendungen in diesem Bereich seien ein vernünftiger Schritt. Die jüngsten Kursrückgänge seien zudem eine gute Kaufgelegenheit.

Auch DER AKTIONÄR sieht die aktuelle Konsolidierung als Einstiegschance. Morphosys bleibt unter den deutschen Biotech-Unternehmen erste Wahl.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Kurzfriststrategien für Anleger

Bekannt wurde er mit Langfriststrategien. Doch in seinem neuen Buch widmet sich Börsenexperte Thomas Gebert nun Kurzfriststrategien: Wie bekommt man die kurzfristigen Bewegungen der Aktienkurse in den Griff? Der Schlüssel liegt einerseits in einer speziellen Deutung der Candlestick-Charts, mit denen sich relative Stimmungsextreme diagnostizieren lassen, und andererseits in einem bestimmten Rhythmus, in dem die Kurse schwingen. Die Kombination, auf den emotionalen Umschwung zu warten und ihn zum richtigen Zeitpunkt zu erkennen, macht es möglich, die unmittelbare Richtung des DAX einzuschätzen. Gebert erklärt zudem, wie er zu seiner überaus treffsicheren 2-Wochen-Prognose in seinem beliebten „GebertBrief“ kommt.

Autoren: Gebert, Thomas
Seitenanzahl: 272
Erscheinungstermin: 05.12.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-655-4