Mobotix: Überwacht von Aufkäufern?

Mobotix: Überwacht von Aufkäufern?
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Florian Söllner 01.12.2015, 15:35 Florian Söllner

Angela Merkel hat beschlossen: Deutschland verändert sich. Das versursacht Reibungen und Angst. Einerseits warnt Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen vor Gewalt gegen Flüchtlinge. Gleichzeitig seien aber auch unter den Einwanderern vermutlich viele Männer, die Kampferfahrung im Kriegsgebiet in Syrien oder im Irak gesammelt hätten. Meldungen wie diese sorgen dafür, dass Bürger und Unternehmen tendenziell noch mehr in Sicherheit investieren. Rückenwind erhält der Spezialist hochwertiger Überwachungskameras Mobotix auch durch Produktinnovationen. Die neue Videomanagement- Software wird auf Branchenmessen als Gamechanger bezeichnet. Nach schwachen Jahren stimmen auch die Ergebnisse wieder. Der operative Gewinn des ersten Geschäftshalbjahrs war mit 4,5 Millionen Euro doppelt so hoch wie das EBIT des gesamten letzten Jahres. Kunden wie die Commerzbank oder Daimler lieben etwa die neuen 6-Megapixel-Moonlight- Systeme, die laut Mobotix 100-fach lichtstärker sind als die zuvor ausgelieferten 3-Megapixel-Kameras.

Übernahmeziel

Durch die Neuaufstellung könnte Mobotix zum Übernahmekandidaten werden. Die Branche ist im Umbruch. Ca non hat den Videosoftware-Spezialisten Milestone und dann Anfang 2015 den schwedischen Überwachungskamera- Hersteller Axis für rund 2,8 Milliarden Dollar übernommen – dem 3,5-fachen des laufenden Umsatzes. Das Mobotix- 2016er-KUV liegt mit 1,8 bei knapp der Hälfte. Das weckt Interesse. Bereits im Sommer schrieb Mobotix: „Der Unternehmenskauf der Mitbewerber Axis und Milestone bei einer sehr hohen Unternehmensbewertung sowie darauf ausgerichtete Anfragen im Berichtszeitraum weisen auf eine deutliche Konzentration im Video-Sicherheitsmarkt hin.“ Steht das „darauf ausgerichtete Anfragen“ für Erstkontakte von potenziellen Playern für eine Übernahme? Klaus Schlote von Solventis Wertpapierhandelsbank Research zufolge offenbar ja. Er sieht Mobotix als „klaren Übernahmekandidaten“. Risiko bei Mobotix sind die schwache Öffentlichkeitsarbeit und geringe Transparenz. Mehr Klarheit zum Geschäftsverlauf gibt es erst am Tag der Zahlenbekanntgabe am 9. November.

Mobotix ist auf den ersten Blick kein Schnäppchen. Wird der Kameraspezialist aber zum Übernahmeziel, wird die Aktie deutlich zulegen. Mit Sicherheit.

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 47/2015 erschienen.

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