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Milliardensegen für Aktionäre: TotalEnergies dreht den Geldhahn auf

Milliardensegen für Aktionäre: TotalEnergies dreht den Geldhahn auf
Foto: frantic00/Shutterstock
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Philipp Schleu Heute, 14:30 ‧ Philipp Schleu
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Der französische Energieriese TotalEnergies lässt seine Aktionäre direkt am jüngsten Rohstoffboom teilhaben. Höhere Fördermengen und teure Brennstoffe spülen Milliarden in die Kassen von Europas größtem Raffineriebetreiber. Deshalb soll nun die Dividende steigen.

Künftig sollen noch größere Summen an die Investoren zurückfließen. TotalEnergies kündigte an, die Dividende bis 2030 jährlich um mehr als fünf Prozent anzuheben. Gleichzeitig stockt das Management das Programm für Aktienrückkäufe spürbar auf. Im vierten Quartal 2026 will das Unternehmen eigene Papiere im Wert von 2,5 Milliarden Dollar erwerben. Für das erste Quartal 2027 peilt der Vorstand Rückkäufe zwischen 2 Milliarden und 2,5 Milliarden Dollar an. Im dritten Quartal lag das Volumen noch bei 1,5 Milliarden Dollar. Entsprechend freundlich reagieren die Anleger: Die Aktie legte in Paris um 0,8 Prozent zu und baut ihr Jahresplus damit auf 45 Prozent aus.

Hohe Ölpreise treiben den Cashflow

Der Grund für den Geldregen: TotalEnergies profitiert massiv von den anziehenden Notierungen für Rohöl und Treibstoffe. Ausgelöst wurden die Preissprünge vor allem durch die Konflikte zwischen den USA und dem Iran sowie den Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Zwar musste der Konzern Teile seiner Förderung am Persischen Golf drosseln. Zuwächse in anderen Regionen fingen diese Ausfälle jedoch mehr als auf.

Bis 2030 soll der freie Cashflow bei gleichen Preisannahmen um 10 Milliarden Dollar steigen. Die Öl- und Gasförderung legt dabei im Schnitt um mehr als 3 Prozent pro Jahr zu. Bei der Stromproduktion erwartet das Management sogar einen Zuwachs von mehr als 20 Prozent jährlich. Mindestens 40 Prozent der Barmittel sollen künftig über Dividenden und Rückkäufe an die Eigner fließen. Den Rest nutzt der Konzern unter anderem zur Tilgung von Schulden.

TotalEnergies (WKN: 850727)

Politischer Gegenwind in Paris

Während bei TotalEnergies die Kassen klingeln, verschärfen die hohen Energiepreise die Lebenshaltungskosten für viele Bürger. Auch dieser Unmut drückt auf die politische Debatte im Heimatmarkt. Französische Oppositionsparteien fordern immer lauter Sondersteuern auf die Übergewinne der Ölkonzerne.

Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron verzichtete bisher auf diesen Schritt. Stattdessen stützt der Staat gezielt Fischer, Landwirte und einkommensschwache Haushalte. TotalEnergies versucht derweil, die Wogen an der Zapfsäule zu glätten: Um Autofahrer und Politik zu beruhigen, hat das Unternehmen die Preise für Benzin und Diesel an seinen französischen Tankstellen gedeckelt.

Mehr Geld für neue Projekte

Um das Wachstum langfristig abzusichern, hebt TotalEnergies seine Ausgaben an. Für den Zeitraum von 2027 bis 2032 plant der Konzern Nettoinvestitionen von 14 Milliarden bis 17 Milliarden Dollar pro Jahr. Zuvor waren für die Jahre bis 2030 jährlich 14 Milliarden bis 16 Milliarden Dollar vorgesehen.

Neue Förderprojekte in Namibia, Mosambik und Papua-Neuguinea sollen dafür sorgen, dass die Produktion von Kohlenwasserstoffen zwischen 2030 und 2035 um zwei bis drei Prozent pro Jahr klettert. Parallel treibt das Unternehmen die Transformation voran. Strom aus erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und Gaskraftwerken soll bis 2035 rund 25 Prozent des Energiemixes ausmachen. Im Jahr 2030 werden es voraussichtlich 20 Prozent sein.

TotalEnergies nutzt die geopolitisch bedingte Ölpreishausse konsequent aus. Der Konzern verbindet hohe Ausschüttungen an die Aktionäre mit gezielten Investitionen in traditionelle Förderfelder und neue Stromkapazitäten. Solange die Rohstoffpreise hoch bleiben, federt dieses Cashflow-Polster auch den politischen Druck im Heimatmarkt ab. Anleger bleiben daher weiterhin an Bord.

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