Microsoft setzt den viel zitierten Rotstift an. Der Konzern aus Redmond im Bundesstaat Washington streicht rund 3.200 Arbeitsplätze bei der Videospiel-Sparte Xbox und will das Geschäft drastisch umkrempeln. Microsoft hatte bereits nach der rund 69 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Videospielkonzerns Activision Blizzard Ende 2023 Tausende Jobs gekürzt.
US-Medienberichten zufolge fällt damit rund ein Fünftel der Jobs in dem Bereich weg. „Unser Geschäft ist heute nicht gesund“, schrieb Xbox-Chefin Asha Sharma in einer E-Mail an die Mitarbeiter. So durchlaufe manche Arbeit 14 Management-Ebenen, und die komplexe Organisation bremse Entscheidungen. Nach dem „Reset“ solle es künftig nur noch drei bis fünf Management-Stufen geben.
Im ersten Schritt werden zunächst sofort 1.600 Stellen abgebaut, die restlichen sollen binnen zwölf Monaten gestrichen werden. Es sei „der bedeutendste Umbau der Xbox-Geschichte“, schrieb Sharma. Zudem verlassen vier Spieleentwickler-Studios den Konzern. Sharma verwies unter anderem darauf, dass die Spielerzahl und die Zeit, die sie mit Gaming auf der Xbox-Plattform verbringen, in den vergangenen Jahren gesunken seien.
Sharma schrieb zugleich, sie strebe mit dem Umbau ein zukünftiges Wachstum für das Xbox-Geschäft an und wolle, dass das Unternehmen mit der Zeit auf mehr als eine Milliarde Nutzer täglich komme.
Die Stellenstreichungen im Xbox-Spielegeschäft bescheren der Aktie zum Wochenstart Kursverluste. Während Technologieaktien teils kräftig zulegten, gaben die Papiere des Software-Giganten nach. Keine Seltenheit: Microsoft-Aktien sind dem Gesamtmarkt und dem Technologiesektor zuletzt hinterhergelaufen. Allein seit Jahresbeginn beläuft sich der Kursverlust auf mehr als 20 Prozent. Dem steht ein Aufschlag des Sektors Information Technology von fast zwölf Prozent gegenüber. Der US-Technologiesektor Nasdaq 100, in dem Microsoft ein Schwergewicht ist, hat in diesem Börsenjahr 18 Prozent gewonnen.
Vor knapp einem Jahr hatten Microsoft-Aktien mit gut 555 Dollar den höchsten Stand ihrer Historie erreicht. Dieses Rekordhoch testeten die Papiere noch einmal Ende Oktober vergangenen Jahres. Anschließend ging es tendenziell immer weiter abwärts. Ende Juni rutschten die Anteile unter 350 Dollar auf das tiefste Niveau seit April 2025. Investierte Anleger mit Weitblick können dennoch weiter auf ein nachhaltiges Comeback setzen.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
Heute, 21:01