Gute News für den Standort Deutschland. Microsoft wird seine Investitionen in KI-Rechenzentren in Nordrhein-Westfalen ausweiten und plant einen weiteren Server-Standort im niederrheinischen Grevenbroich. Im Optimalfall könnte zumindest ein Teilbetrieb schon in etwa zwei Jahren aufgenommen werden.
• Microsoft baut sein KI-Rechenzentrums-Netz in NRW aus – vierter Standort in Grevenbroich geplant
• Milliarden-Investitionen als Teil einer Capex-Offensive, die Anleger spaltet
• Hoffnungsträger für die Region: Tausende Jobs könnten entstehen
Bereits im Jahr 2024 hatte Microsoft angekündigt, Rechenzentren in Bedburg, Bergheim und Elsdorf bauen zu wollen. Nun soll sich mit Grevenbroich ein vierter Standort hinzugesellen.
Für ein 23 Hektar großes Grundstück unterzeichnete man bereits einen Kaufvertrag, der noch unter dem Vorbehalt der Baugenehmigung steht. Während die Investitionssumme für Grevenbroich offenbleibt – Schätzungen reichen vom hohen dreistelligen Millionenbereich bis zu rund einer Milliarde Euro –, stecken in den drei ersten Projekten bereits 3,2 Milliarden Euro. Diese Ausgaben sind Teil jener gewaltigen Capex-Offensive, die Microsofts Investoren zuletzt gespalten hat: Einerseits belastet der Kapitaleinsatz die Margen, andererseits gilt er als Grundstein für künftiges Cloud- und KI-Wachstum.
Für die Region ist das Vorhaben indes ein wirtschaftlicher Hoffnungsträger, denn an zwei Standorten werden je mehrere Hundert Betriebsstellen sowie rund 2.500 Jobs bei Zulieferern und Ansiedlern erwartet. „Nordrhein-Westfalen ist für Microsoft eine strategisch wichtige Cloud- und KI-Region", betont Deutschlandchefin Agnes Heftberger. Ein Teilbetrieb in Bedburg und Bergheim könnte 2028 anlaufen, Grevenbroich in den frühen 2030er-Jahren.
Mit der neuen Investition baut Microsoft seine KI-Infrastruktur weiter aus. Kurzfristig drücken die hohen Capex-Kosten zwar auf die Bilanz und den Aktienkurs, doch mittel- und langfristig betrachtet sollte sich dieses Vorgehen lohnen. DER AKTIONÄR rät weiterhin zum Kauf.
Was bedeutet Software-Disruption durch KI?
Damit ist gemeint, dass KI klassische Softwarefunktionen vereinfacht, verändert oder teilweise ersetzt und dadurch ganze Geschäftsmodelle unter Druck geraten können.
Warum reagieren Anleger bei Microsoft so sensibel auf KI-Investitionen?
Weil Milliarden in Rechenzentren, Chips und KI-Produkte fließen, der Markt aber schnell sichtbare Umsatz- und Gewinnimpulse sehen will.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
Heute, 17:30