AKTIONÄR-Leser wissen: Ende Mai veröffentlichte UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies mit 1.900 Euro ein neues Top-Kursziel für die ASML-Aktie. Kurz darauf legten Barclays mit einem fairen Wert von 2.000 Euro und die Bank of America (BofA) mit einem neuen Rekordziel von 2.022 Euro nach. Mittlerweile hat Bouvignies sein Top-Ziel erneut auf 2.100 Euro angehoben. Doch zum Start in die neue Woche hat Bernstein Research heute eine neue Bestmarke veröffentlicht.
Analyst David Dai („Outperform“) hat das Kursziel von 1.700 auf 2.300 Euro angehoben. Die neue Generation von Lithografiesystemen zur Chipfertigung der Niederländer (High-NA-EUV-Technologie) dürfte aus Kostengründen zunächst bei Halbleiterspeichern (DRAM) zum Einsatz kommen, später aber auch bei Steuerungschips (Logic), so der Experte. Er hat daher seine Umsatzprognosen deutlich angehoben.
Hintergrund: Die High-NA-EUV-Technologie (High Numerical Aperture Extreme Ultraviolet Lithography) von ASML ist die nächste Evolutionsstufe der extrem ultravioletten Lithografie – jener Schlüsseltechnologie, mit der winzige Strukturen auf Siliziumscheiben für modernste Halbleiterchips erzeugt werden. Die neue Generation nutzt dieselbe EUV-Wellenlänge wie bisher, erreicht aber durch eine vergrößerte numerische Apertur (0,55 statt 0,33) eine deutlich höhere Auflösung. Dadurch lassen sich noch feinere Strukturen in einem einzigen Belichtungsschritt erzeugen. Die Technologie gilt als entscheidender Schritt für die Post-2-nm-Ära. High-NA-Lithografie-Maschinen sind deutlich größer und schwerer als herkömmliche EUV-Systeme: Eine Anlage wiegt rund 150 Tonnen, besteht aus mehr als 100.000 Einzelteilen und kostet über 350 Millionen Euro.
Als einziger Anbieter ist ASML ein unverzichtbarer Partner für alle global führenden Halbleiterhersteller – und verfügt damit über eine Monopolstellung mit Preissetzungsmacht. Eine Position, die der Konzern auch in den kommenden Jahren verteidigen dürfte. Denn mit der neuen High-NA-EUV-Technologie sichert sich ASML seine technologische Führungsrolle.
Die strukturellen Trends in der Branche sind intakt. Der KI-getriebene Investitionszyklus sorgt weiterhin für eine ungebrochen hohe Nachfrage. Die Einführung einer neuen Schlüsseltechnologie, die die Grundlage für die Herstellung der nächsten Chipgeneration bildet, dürfte bei ASML mittel- und langfristig für weiteres Wachstum sorgen.
Das zeigt sich auch im Chart – und in den immer höheren Kurszielen der Analysten. Die Aktie hat die Konsolidierung auf hohem Niveau Anfang Mai beendet, den Aufwärtstrend fortgesetzt. Nicht nur für die renommierten Analysten, sondern auch für den AKTIONÄR ist damit das Ende der Fahnenstange jedoch noch nicht erreicht. Anleger mit Weitblick lassen im Vorfeld der Zahlen am 15. Juli ihre Gewinne vorerst weiter laufen.
Heute, 16:20