Das Umsatzwachstum stimmt, doch unter der Oberfläche bröckelt das Fundament: Meta Platforms verfehlt die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal deutlich und enttäuscht mit einem schwachen Ausblick. Die Aktie knickt nachbörslich kräftig ein.
Die Befürchtungen der Anleger haben sich bewahrheitet. Meta Platforms hat für das zweite Quartal Zahlen vorgelegt, die den Markt auf der Gewinnseite schwer enttäuschen. Zwar konnte der Tech-Riese den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf 60,80 Milliarden Dollar steigern und damit die Analystenschätzungen (60,24 Milliarden Dollar) leicht übertreffen. Doch die operativen Kosten fressen die Zuwächse komplett auf.
Das operative Ergebnis brach im Jahresvergleich um acht Prozent auf 18,78 Milliarden Dollar ein. Analysten hatten hier mit 21,5 Milliarden Dollar gerechnet. Entsprechend schwach fiel der Gewinn je Aktie (EPS) aus: Mit 6,18 Dollar lag das EPS unter dem Vorjahreswert von 7,14 Dollar und verfehlte den Konsens (7,22 Dollar). Die operative Marge stürzte von 43 Prozent im Vorjahr auf nun 31 Prozent ab.
Schwacher Ausblick belastet
Der harte Schlag für die Aktie kam jedoch mit der Prognose für das laufende dritte Quartal. Meta erwartet Erlöse zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar. Der Mittelwert von 62,5 Milliarden Dollar liegt unter den Erwartungen der Wall Street von 63,17 Milliarden Dollar.
Gleichzeitig verengte CFO Susan Li den Zielkorridor für die viel beachteten Kapitalausgaben (Capex) im Gesamtjahr auf 130 bis 145 Milliarden Dollar (zuvor: 125 bis 145 Milliarden Dollar). Das untere Ende der Kostenspanne wurde damit angehoben, was die Sorgen vor einer drohenden Investitionsfalle beim Aufbau von KI-Infrastruktur und Hardware weiter befeuert. Die Dimension dieses Ausbaus ist gewaltig: Lag das Capex-Budget im Jahr 2025 noch bei gut 72 Milliarden Dollar, steuert Meta 2026 im Extremfall auf eine Verdopplung der Investitionen zu. Das Metaverse-Segment "Reality Labs" verbrannte im abgelaufenen Quartal zudem weitere 4,62 Milliarden Dollar (erwartet: minus 4,45 Milliarden Dollar).
Die Nutzerzahlen (Daily Active People) stiegen auf 3,60 Milliarden, lagen damit aber knapp unter den Schätzungen von 3,61 Milliarden. Belastet wurde das Quartal zudem von rechtlichen Rückstellungen in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar sowie Abfindungszahlungen über 1,18 Milliarden Dollar aus dem Stellenabbau im Mai.
Nachbörslicher Kursrutsch
Die Quittung der Anleger und Investoren ließ nicht lange auf sich warten. Im nachbörslichen Handel in New York sackte die Meta-Aktie zeitweise um bis zu neun Prozent ab.
Das Szenario aus dem im Vorfeld vom AKTIONÄR veröffentlichten Ausblick hat sich bestätigt: Hohes Umsatzwachstum reicht im aktuellen Marktumfeld nicht mehr aus, wenn die Kapitalallokation aus dem Ruder läuft. Der Gewinneinbruch und der verhaltene Ausblick befeuern die Angst vor ausufernden Infrastrukturkosten. Anleger bleiben an der Seitenlinie. Kapitalerhalt geht vor.
Heute, 22:35
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