Meta zwischen Gerichtssaal und KI-Druck: 375 Millionen Dollar Strafe wegen Sicherheitsmängeln muss der Konzern zahlen. Währenddessen setzt Meta mit extremen Bonuszielen alles auf KI. Kann Mark Zuckerberg den Rückstand noch aufholen? In den vergangenen Wochen stand die Aktie in jedem Fall deutlich unter Druck und rutschte auf ein neues Jahrestief.
Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat New Mexico hat Meta zu rund 375 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt. Der Vorwurf: Facebook und Instagram hätten Kinder unzureichend vor sexuellen Übergriffen geschützt und Nutzer über die Sicherheit der Plattformen getäuscht. Auslöser war eine Undercover-Aktion der Behörden, bei der ein Fake-Profil eines 13-jährigen Mädchens schnell Ziel einschlägiger Kontaktversuche wurde.
Die Jury sah Verstöße gegen Verbraucherschutzgesetze als erwiesen. Meta weist die Anschuldigungen zurück und kündigte Berufung an. Im nächsten Verfahrensschritt entscheidet ein Richter über weitere Auflagen – etwa strengere Alterskontrollen und besserem Schutz vor Tätern. Der Fall gilt als Signal für weitere Prozesse gegen Tech-Konzerne – mit möglichen Folgen weit über die USA hinaus.
Meta greift derweil im Wettlauf um Künstliche Intelligenz zu einem ungewöhnlich scharfen Anreizsystem: Top-Manager wie CFO Susan Li, Technikchef Andrew Bosworth, Produktchef Chris Cox und COO Javier Olivan erhalten Aktienoptionen mit extrem ambitionierten Hürden. CEO Mark Zuckerberg ist außen vor. Die Bedingungen zeigen den Druck: Erst bei einem Kurs von 1.116 Dollar (aktueller Kurs: 592,92 Dollar) greift die erste Tranche, weitere Stufen reichen bis 3.727 Dollar – ein Bewertungsniveau von über neun Billionen Dollar. Die Botschaft ist klar: Erfolg ist gefragt. Hintergrund ist Metas Rückstand im KI-Rennen, während Konkurrenten wie Google mit starken Fortschritten punkten. Trotz geplanter Investitionen von bis zu 135 Milliarden Dollar sucht der Konzern weiter nach einer schlüssigen Strategie. Nach dem enttäuschenden Echo auf Llama 4 wurde die KI-Sparte umgebaut, Milliarden in Scale AI investiert und mit Avocado ein neuer Hoffnungsträger vorbereitet.
Charttechnisch stand die Aktie zuletzt massiv unter Druck. Vom Jahreshoch bei 744,00 Dollar fiel sie zuletzt bis auf 587,25 Dollar zurück. Wichtige Unterstützung ist nun das Novembertief 2025 bei 581,25 Dollar. Im Zuge der jüngsten Korrektur rutschte die Aktie auch unter den Stopp des AKTIONÄR. Langfristig bleibt DER AKTIONÄR aber zuversichtlich, Anleger packen das Papier auf die Watchlist.
Heute, 08:03