Bei Meta ist aktuell der Wurm drin. Nach dem milliardenschweren Metaverse-Fiasko und dem bisher verhaltenen Anlauf der Smartglasses-Verkäufe unternimmt Mark Zuckerberg offenbar den nächsten Anlauf, sein Imperium zurück auf Kurs zu bringen. Verbraucherschützer dürften darüber jedoch nur den Kopf schütteln.
• Mehrere Patzer haben die Meta-Aktie in den vergangenen Monaten stark belastet.
• Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 13 Prozent nachgegeben.
• Meta könnte einen Angriff auf die Prognosemärkte wagen.
Wie das Berichten der New York Times und CNBC hervorgeht, arbeitet Meta an einer eigenen App für Prognosemärkte sogenannte Prediction Markets. Dabei können Nutzer auf zukünftige Ereignisse spekulieren – etwa politische Entwicklungen, Sportergebnisse oder wirtschaftliche Trends.
Anders als bei klassischen Prognosemärkten soll die geplante Meta-Plattform zunächst jedoch nicht mit echtem Geld funktionieren. Stattdessen soll ein spielähnliches Punktesystem zum Einsatz kommen. Ein späterer Einsatz von Echtgeld sei allerdings nicht ausgeschlossen.
Intern soll das Projekt laut Bericht den Namen „Arena“ tragen. Die App soll demnach unabhängig von den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook laufen. Gleichzeitig könnte Meta seine riesige Nutzerbasis nutzen, um potenzielle Teilnehmer auf die neue Plattform aufmerksam zu machen.
Konkurrenz für Sportwetten-Anbieter?
Die Überlegungen bei Meta kommen angesichts der enormen Reichweite des Konzerns wenig überraschend. Kumuliert verfügt der Zuckerberg-Konzern über mehrere Milliarden Nutzer, die potenzielle Kunden darstellen und künftig auch echtes Geld einsetzen könnten. Entsprechend wächst bei Börsianern die Sorge vor möglichen langfristigen Auswirkungen auf klassische Sportwettenanbieter.
An der Wall Street fielen die Papiere von DraftKings nach Bekanntwerden der Nachricht zeitweise um mehr als zwei Prozent. Auch Flutter Entertainment, der Mutterkonzern hinter FanDuel, verlor zwischenzeitlich knapp zwei Prozent. Die Aktie konnte sich jedoch im weiteren Verlauf stabilisieren und notiert kurz vor Handelsschluss leicht im Plus.
Hintergrund ist, dass sogenannte Prediction Markets zunehmend als potenzielle Konkurrenz zu klassischen Sportwettenplattformen gelten. Nutzer handeln dort Event-Kontrakte, die auf den Ausgang bestimmter Ereignisse setzen. Gerade im Sportbereich überschneiden sich diese Angebote zunehmend mit dem Geschäftsmodell etablierter Wettanbieter.
Auch Robinhood unter Druck
Nicht nur Sportwettenanbieter reagierten empfindlich. Auch die Aktie der Handelsplattform Robinhood Markets gab nach. Das Unternehmen bietet seinen Nutzern bereits Zugang zu verschiedenen Prognosemarkt-Angeboten.
Verbraucherschützer beobachten die Entwicklung bei Meta ohnehin seit Jahren mit wachsender Skepsis. Die Plattformen des Konzerns stehen regelmäßig in der Kritik, durch gezielt optimierte Mechanismen ein hohes Nutzungs- und Bindungspotenzial zu erzeugen – insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. Dabei wird immer wieder auch die Frage diskutiert, inwieweit diese Designs zu einer besonders intensiven Nutzung bis hin zu problematischen Nutzungsmustern beitragen können.
Sollte Meta nun zusätzlich in den Bereich der Prognosemärkte vordringen und damit perspektivisch auch an der Schnittstelle zu spiel- und wettähnlichen Mechaniken operieren, dürfte dies die Debatte weiter verschärfen. Für den Tech-Konzern könnte sich damit nicht nur der regulatorische Druck erhöhen – auch das ohnehin angekratzte öffentliche Image könnte weiter belastet werden. Insbesondere die bereits intensive politische und behördliche Beobachtung dürfte in diesem Szenario weiter an Schärfe gewinnen.
Nach mehreren Fehlschlägen braucht Meta endlich mal wieder eine zündende Idee. Ob der Angriff auf die Prognosemärkte wirklich den Durchbruch bringt, bleibt abzuwarten. Kurzfristig dürfte die Seitwärtstendenz bestehen bleiben.
FAQs
1. Was ist der Unterschied zwischen „Meta“ und „Facebook“?
Meta Platforms (kurz Meta) ist das Mutterunternehmen, zu dem mehrere soziale Netzwerke und Dienste gehören, darunter Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads. „Facebook“ bezeichnet heute sowohl das ursprüngliche soziale Netzwerk als auch die spezifische Marke unter dem Dach von Meta. Meta hat sich 2021 umbenannt, um den Fokus des Unternehmens über soziale Medien hinaus auf die Entwicklung des Metaverse zu unterstreichen.
2. Wie verdient Meta Geld?
Der Großteil des Umsatzes von Meta stammt aus digitaler Werbung. Unternehmen bezahlen Meta dafür, zielgerichtete Anzeigen auf den Plattformen Facebook, Instagram und Messenger zu schalten. Da Meta über eine enorme Menge an Daten über Nutzerinteressen und Demografie verfügt, können Werbetreibende ihre Zielgruppen sehr präzise erreichen. Daneben generiert Meta Einnahmen durch Hardware-Verkäufe (z. B. Meta Quest VR-Headsets) und Business-Lösungen für WhatsApp.
3. Wann wurde Facebook gegründet?
Facebook wurde am 4. Februar 2004 gegründet. Es wurde von Mark Zuckerberg zusammen mit seinen Mitbewohnern Eduardo Saverin, Andrew McCollum, Dustin Moskovitz und Chris Hughes an der Harvard University ins Leben gerufen.
Heute, 22:12