Chinas Technologieaktien erleben einen heftigen Rückschlag. Der STAR50 (SSE Science and Technology Innovation Board 50 Index) hat seit seinem Hoch im Juli rund 40 Prozent verloren – etwa 480 Milliarden Dollar Börsenwert wurden innerhalb weniger Monate ausgelöscht. Besonders bemerkenswert: Selbst nach dem Einbruch bleiben viele chinesische KI- und Halbleiterwerte hoch bewertet.
- Der STAR50 hat seit Juli rund 40 Prozent verloren.
- Rund 480 Milliarden Dollar Marktwert wurden vernichtet.
- Nvidia und Micron werden trotz hoher Gewinne mit deutlich niedrigeren Bewertungsmultiplikatoren gehandelt.
Genau dieser Vergleich zeigt, wie groß die Unterschiede innerhalb des KI-Booms inzwischen geworden sind. Während in China hohe Erwartungen teilweise auf noch junge Geschäftsmodelle treffen, liefern Nvidia und Micron bereits massive Umsätze, Gewinne und Cashflows.
China erlebt die schmerzhafte Bereinigung
Der Boom bei chinesischen Technologie- und Halbleiteraktien war enorm. Hoffnungen auf technologische Unabhängigkeit, heimische KI-Chips und massive staatliche Unterstützung trieben die Bewertungen zeitweise auf extreme Niveaus.
Nun schlägt das Pendel zurück.
Zu den Belastungsfaktoren gehören hohe Bewertungen, Zweifel an der tatsächlichen KI-Nachfrage sowie die Gefahr zusätzlicher Handels- und Exportbeschränkungen. Selbst nach dem Einbruch bleibt die Bewertung des STAR50 ausgesprochen ambitioniert und liegt mit einem KGV über 100 deutlich über der vieler westlicher Technologieindizes.
Das zeigt: Ein großer Zukunftsmarkt allein rechtfertigt noch keine beliebige Bewertung.
Nvidia: Wachstum trifft auf moderates KGV
Ganz anders sieht die Ausgangslage bei Nvidia aus.
Der Konzern gehört zu den profitabelsten Unternehmen der Welt, wächst weiterhin außergewöhnlich schnell und erzielt Bruttomargen von über 70 Prozent. Trotzdem liegt das Forward-KGV aktuell nur noch bei rund 14.
Das ist bemerkenswert: Während Nvidia seinen Umsatz und Gewinn mit hohen zweistelligen Raten steigert, ist die Bewertung deutlich zurückgekommen.
Genau daraus entsteht das Bewertungsparadoxon. Die Aktie ist enorm gestiegen – die Gewinne aber noch schneller.
Micron ist noch günstiger
Noch extremer fällt die Bewertung bei Micron aus. Der Speicherhersteller kommt aktuell auf ein Forward-KGV von nur unter 5.
Natürlich bleibt das Speichersegment zyklischer als das Geschäft von Nvidia. Doch der aktuelle Boom wird stark von High-Bandwidth-Memory, Rechenzentren und KI-Infrastruktur getragen.
HBM ist längst kein klassischer Standardspeicher mehr. Moderne KI-Beschleuniger benötigen immer größere Mengen davon, und neue Kapazitäten lassen sich nur langsam aufbauen.
Damit trifft bei Micron eine historisch niedrige Bewertung auf einen strukturell starken Nachfragezyklus.
Zwei Basiswerte statt spekulativer Hoffnungen
Genau darin liegt der entscheidende Unterschied. Nvidia liefert die Rechenleistung. Micron liefert den Hochleistungsspeicher. Beide sitzen direkt an zentralen Engpässen des weltweiten KI-Ausbaus.
Sie müssen nicht darauf hoffen, dass ein einzelnes KI-Modell oder ein bestimmtes Start-up gewinnt. Solange Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und andere Hyperscaler ihre Rechenzentren ausbauen, profitieren beide Unternehmen direkt von dieser Investitionswelle.
China-Crash schafft einen interessanten Kontrast
Der Absturz chinesischer KI-Aktien zeigt, wie gefährlich extreme Bewertungen werden können, wenn Erwartungen der operativen Realität davonlaufen.
Bei Nvidia und Micron sieht die Situation anders aus. Beide Unternehmen liefern reale Gewinne, starke Cashflows und unverzichtbare Infrastruktur für den KI-Boom – werden gleichzeitig aber mit vergleichsweise niedrigen Forward-KGVs gehandelt.
Für den Megatrend Folger bleiben beide deshalb zentrale Halbleiterwerte. Nicht die lauteste KI-Story entscheidet langfristig, sondern die Frage, wer an der tatsächlichen Infrastruktur verdient. Nvidia und Micron sitzen dabei an zwei der wichtigsten Stellen der gesamten Wertschöpfungskette.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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