An der Wall Street wächst wieder die Sorge, der KI- und Speicherboom könnte in wenigen Jahren in ein Überangebot kippen. Besonders für 2029 kursieren bereits Szenarien eines möglichen Endes des Speicher-Superzyklus. Nvidia-Chef Jensen Huang hält dagegen: Er sieht bislang keine Anzeichen für eine solche Überversorgung – und erwartet, dass der Bedarf an Speicher durch den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur hoch bleibt.
- Huang rechnet auch 2029 nicht mit einem Überangebot bei Speicherchips.
- High-Bandwidth-Memory soll noch über Jahre eine zentrale Rolle spielen.
- Nvidia benötigt neben HBM auch große Mengen an LPDDR-Speicher für seine Rechenzentrumsplattformen.
Damit liefert ausgerechnet der Konzern, der am tiefsten in den Ausbauplänen der KI-Industrie steckt, ein wichtiges Gegengewicht zu den aktuellen Zyklusängsten.
Warum der Speicherhunger weiter wächst
Die klassische Halbleiterbranche war über Jahrzehnte von Boom und Crash geprägt. Hohe Nachfrage führte zu neuen Kapazitäten, anschließend entstand ein Überangebot und die Preise brachen ein.
Genau dieses Muster befürchten Anleger nun erneut.
Doch KI verändert die Gleichung. Neue Beschleuniger benötigen immer mehr Speicher direkt am Rechenkern. Besonders HBM ist für leistungsfähige KI-Systeme unverzichtbar, weil enorme Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit zwischen Speicher und Prozessor bewegt werden müssen.
Huang brachte es zuletzt sinngemäß auf den Punkt: Bei Speicher gilt, dass mehr Kapazität auch zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. HBM werde deshalb noch über Jahre gebraucht.
Nvidia verbreitert den Speicherbedarf
Dabei geht es nicht nur um HBM. Nvidia integriert inzwischen auch große Mengen stromsparenden LPDDR-Speichers, wie er ursprünglich aus Smartphones bekannt ist, in seine Rechenzentrumsplattformen.
Der Vorteil liegt vor allem bei der Energieeffizienz. Für immer größere KI-Systeme wird genau das zu einem entscheidenden Faktor.
Damit wächst der Speicherbedarf auf mehreren Ebenen gleichzeitig: mehr Beschleuniger, mehr HBM, mehr Systemspeicher und größere Rechenzentren.
Mehr als nur eine GPU-Story
Nvidia profitiert dabei längst nicht mehr nur vom Verkauf einzelner Grafikprozessoren.
Der Konzern liefert komplette Systeme aus GPUs, CPUs, Netzwerkarchitektur wie Spectrum-X und Quantum-X sowie der CUDA-Softwareplattform. Je größer die KI-Cluster werden, desto mehr Komponenten dieses Ökosystems werden benötigt.
Genau daraus entstehen weiterhin Bruttomargen von über 70 Prozent und hohe freie Cashflows.
2029 ist noch kein Wendepunkt
Die aktuelle Diskussion über ein mögliches Speicherüberangebot zeigt, wie schnell die Börse wieder in klassische Zyklusmuster denkt. Jensen Huang widerspricht dieser Sicht deutlich: Für 2029 erwartet er bislang keinen Angebotsüberhang, während HBM und andere Speichertechnologien weiter stark nachgefragt werden dürften.
Für den Megatrend Folger bleibt Nvidia deshalb ein zentraler KI-Wert. Der Ausbau globaler Rechenzentren ist längst nicht abgeschlossen – und solange immer größere Modelle, mehr Inferenz und neue Anwendungen zusätzliche Rechen- und Speicherkapazität benötigen, bleibt Nvidia an einem der wichtigsten Nadelöhre dieser Entwicklung positioniert.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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