07.01.2019 André Fischer

Medigene: jetzt konsequent nachlegen!

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Medigene
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Dem Immunologen James P. Allison gelang seinerzeit der Nachweis, dass ein Protein mit dem Namen CTLA-4 dafür verantwortlich ist, dass das menschliche Immunsystem gewisse Krebszellen fälschlicherweise als gesund taxiert. CTLA-4 wirkt wie ein Bremsmechanismus, den man aushebeln muss.

Die Wechselwirkung zwischen CTLA-4 und antigenrepräsentierenden Zellen sei ein ko-inhibitorisches Checkpoint-Signal und eigne sich für die Immuntherapie, so die damalige Aussage von Allison. Das war die Geburtsstunde der Krebsimmuntherapie und insbesondere einer neuen Medikamentenklasse in Form der Checkpoint-Inhibitoren.

Neuer Rezeptor zur Krebsbekämpfung

Die deutsche Biotech-Gesellschaft Medigene könnte von der Entdeckung Allisons womöglich profitieren. Denn: Der Immuntherapie-Spezialist kann neuerdings auf einen exklusiven Lizenzvertrag mit dem Helmholtz Zentrum München über einen chimären kostimulatorischen Rezeptor (ein spezielles Fusionsprotein) verweisen.

Das Management von Medigene plant, den Rezeptor in Kombination mit den unternehmenseigenen T-Zell-Rezeptor-modifizierten T-Zellen (TCR-Ts) zur Behandlung solider Tumoren einzusetzen.

Checkpoint-Blockade wird überwunden

Viele solide Krebstumore bilden eine feindliche Mikroumgebung, um den Angriff durch Immunzellen zu hemmen. Dabei senden Checkpoint-Proteine Signale aus, die die Aktivität von T-Zellen bremsen. Der neue Rezeptor soll durch die Umkehr des „Stop“-Befehls zu einem „Go“-Signal den T-Zellen helfen, diese Checkpoint-Blockade zu überwinden.

Die Vorstandsvorsitzende von Medigene, Prof. Dr. Dolores Schendel, geht davon aus, dass mithilfe des lizenzierten Kostimulators womöglich „eine wirksame Immunantwort in soliden Tumoren“ erzielt werden kann, „eine Wirkungsweise, die von James P. Allison und Tasuku Honjo entdeckt und deren Bedeutung durch die Verleihung des Medizin-Nobelpreises 2018 unterstrichen wurde“.

Für hochspekulative Anleger interessant 

Für zusätzliche Kursfantasie sorgen die T-Zell-Rezeptor (TCR)-Allianz mit bluebird bio und die unternehmenseigene TCR-Studie MDG1011. Die Medigene-Aktie notiert auf aktueller Kursbasis daher nach wie vor auf Nachkaufniveau. Hochspekulativ ausgerichtete Anleger können bei dem Immuntherapie-Spezialisten somit jetzt nachlegen.