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25.06.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa ist gerettet - jetzt schnell zugreifen?

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Deutsche Lufthansa

Nach einem wahren Nervenkrieg im Vorfeld der Hauptversammlung ist das mühsam ausgehandelte Rettungspaket für die Lufthansa nun mit 98 Prozent der anwesenden Stimmen abgesegnet worden, nachdem sich auch Großaktionär Heinz Hermann Thiele dafür ausgesprochen hatte. Damit ist eine Insolvenz vorerst vom Tisch. Sollten Anleger jetzt bei der Aktie zugreifen?

Die heutige Annahme des Rettungspakets (die bereits vor Wochen ausgehandelten Bestandteile des Deals finden Sie hier) stabilisiert die Lufthansa. Doch das Marktumfeld bleibt äußerst rau. Daran erinnerte heute auch wieder CEO Carsten Spohr, der bei der außerordentlichen Hauptversammlung erklärte: "Auch heute ist eine schnelle Erholung nicht absehbar. Im Gegenteil: Wir wissen, dass sich die Folgen aus dieser Krise noch Jahre negativ auf unser Geschäft auswirken werden!"

Er betonte zudem, dass die Zinsen und die Tilgung der Staatshilfen eine "enorme Belastung" werden. Spohr erklärte: "Selbst in guten Zeiten können wir diese Mehrbelastung aus unseren freien Mittelzuflüssen nicht leisten!" Die komplette Rede von Carsten Spohr finden Sie hier.

Eine ganze Reihe an Problemen....

Durch die anstehende Kapitalerhöhung steigt die Zahl der Lufthansa-Aktien deutlich. Künftige Gewinne, die weitaus niedriger ausfallen werden als in den Vorjahren, müssen also in Zukunft auf noch mehr Anteilscheine aufgeteilt werden. 

Darüber hinaus stehen noch schwierige Verhandlungen mit dem Bodenpersonal sowie der Pilotengewerkschaft VC über weitere Sparmaßnahmen an. Und über allem schwebt natürlich die Sorge, dass für die Lufthansa wichtige Länder wie allen voran die USA das Coronavirus weiterhin nicht in den Griff kriegen und somit nur wenige Flüge nach Nordamerika durchgeführt werden - diese waren aber über Jahre hinweg ein wichtiger Ertragsbringer für die Kranich-Airline.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Es ist natürlich eine gute Nachricht, dass die Insolvenz durch die Annahme des Rettungspakets vom Tisch ist. Die anstehende Kapitalerhöhung dürfte den Kurs aber belasten. Weil zum jetzigen Zeitpunkt nur wild darüber spekuliert werden kann, wie sich das operative Geschäft in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren entwickeln wird, bleibt der MDAX-Titel ein äußerst heißes Eisen. Anleger sollten sich hier nicht die Finger verbrennen und sich weder auf der Long- noch auf der Short-Seite positionieren. 

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.