18.03.2015 Stefan Limmer

Lufthansa: Die Passagiere müssen warten – die Anleger auch?

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Lufthansa

Der Streik der Lufthansa -Piloten ist in der Nacht zum Mittwoch planmäßig angelaufen. Es ist für die Airline bereits der zwölfte Pilotenstreik innerhalb eines Jahres. Charttechnisch notiert die DAX-Aktie im Bereich einer wichtigen Marke.

Der Frankfurter Flughafen ist mit fast 480 der insgesamt 750 gestrichenen Kurz- und Mittelstreckenflüge am stärksten betroffen. Der übrige Flugbetrieb verlaufe jedoch normal, sagte ein Fraport-Sprecher. „Wir gehen routiniert damit um mittlerweile.“ Bislang seien keine überraschten Fluggäste in Frankfurt gestrandet. 

Gut vorbereitet

Auch die Lufthansa selbst gab sich gelassen. Das Unternehmen hatte nach Auskunft eines Sprechers bereits 38.000 SMS und 13.000 E-Mails an betroffene Fluggäste verschickt. Derzeit arbeite man mit Hochdruck an einem abgespeckten Flugplan für Donnerstag. Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hatte am Dienstagabend angekündigt, den Streik am Donnerstag auf Langstrecken- und Frachtflüge auszuweiten.

Verhandlungen gescheitert

Hintergrund ist das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen dem Unternehmen und der Pilotengewerkschaft. Lufthansa hatte nach eigenen Angaben ein verbessertes Angebot zur Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden, vorgelegt. Die Piloten-Gewerkschaft sieht ihre Forderungen nicht erfüllt und verlangt, dass auch künftige Piloten in den Genuss von unternehmensfinanzierten Frührenten kommen sollen. 

Finger weg

Die Lufthansa-Aktie hat sich zuletzt selbst in einem starken Marktumfeld schwer getan. Die wichtige Unterstützung im Bereich der 13-Euro-Marke droht zu fallen. Darunter wäre Luft bis 12 Euro. Anleger sollten vorerst die Finger von der Aktie lassen. Erst über 14 Euro hellt sich die charttechnische Situation auf.

(mit Material von dpa-AFX)

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