Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
12.03.2020 Marion Schlegel

Lufthansa: Der Ausverkauf geht weiter – neues 7-Jahrestief

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Deutsche Lufthansa

Die Aktie der Deutschen Lufthansa rauscht weiterhin ungebremst in den Keller. Am Nachmittag notiert das Papier rund zwölf Prozent im Minus bei 8,98 Euro. Damit gehört die Aktie der Lufthansa erneut zu den schwächsten Werten des Tages im DAX. Nach dem jüngsten Schock aus Washington bereiten sich Europas Fluggesellschaften wegen des Einreisestopps in die USA auf noch mehr Flugstreichungen vor.

Unter anderem hat die Lufthansa nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Kurzarbeit für Mitarbeiter am Boden und in der Kabine beantragt. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die gesamte Branche werden damit noch härter. Experten erwarten einen Ausleseprozess, den längst nicht alle Fluggesellschaften überleben werden.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

"Die kapitalstarken Marktführer werden in diesem sehr schwierigen Jahr ihre Ziele zwar nicht erreichen. Sie sind aber gewappnet, eine solche Krise durchzustehen und werden letztendlich davon profitieren, die Verkehre der schwächeren Gesellschaften zu übernehmen", sagt beispielsweise Gerd Pontius von der Beratungsgesellschaft Prologis.

Noch sind die konkreten Auswirkungen des US-Banns auf Flugplan und Betrieb unklar, wie ein Sprecher der Lufthansa am Donnerstag sagte. Es sei aber klar, dass sich die Situation mit den Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump noch einmal verschlechtert habe und es zu weiteren Flugstreichungen kommen werde. Vorerst ausgenommen sind die Briten, die weiterhin in die USA einreisen dürfen.

In der vom Präsidenten genannten 30-Tages-Frist hatten die europäischen Airlines mehr als 7.200 Flüge in die USA geplant, wie eine Auswertung des Portals "austrianaviation.net" zeigt. 1.600 sind es allein im Lufthansa-Konzern. Bernstein-Analyst Daniel Roeska rechnet analog zum USA-China-Verkehr mit bis zu 90 Prozent Absagen. Das würde besonders die Lufthansa hart treffen, die mit ihren Partnern United und Air Canada mit 36 Prozent den größten Marktanteil über dem Nordatlantik beherrscht und hier regelmäßig hohe Gewinnanteile erwirtschaftet.

Die Aktie der Lufthansa ist mit dem heutigen Kursrutsch auch unter das 2016er-Tief bei 9,10 Euro gefallen. Damit wartet als nächste Unterstützung, soweit man charttechnischen Unterstützungen in der derzeitigen Phase überhaupt größere Beachtung schenken sollte, in Form des 2012er-Tiefs bei 7,88 Euro. Die Stimmung an den Börsen scheint derzeit nahe ihrem Tiefpunkt. Anleger sollten dennoch eine Beruhigung abwarten.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.

(Mit Material von dpa-AFX)