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Lufthansa: Das sagen die Analysten zum Pilotenstreik

Lufthansa: Das sagen die Analysten zum Pilotenstreik
Foto: Börsenmedien AG
Deutsche Lufthansa AG -%
05.09.2014, 11:18 ‧ Stefan Limmer

Lufthansa-Aktien haben sich am Freitag vom anstehenden Pilotenstreik unbeeindruckt gezeigt und sogar moderate Gewinne verbucht. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will an diesem Freitag zwischen 17.00 und 23.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreiken, die vom größten deutschen Flughafen in Frankfurt abfliegen. Mittlerweile haben sich zahlreiche Experten zu dem Streik geäußert.

Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für Lufthansa nach einem Streik auf "Buy" mit einem Kursziel von 15 Euro belassen. Die Streiks seien negativ für die Fluggesellschaft und der Zeitpunkt sei schädlich, schrieb Analyst Jochen Rothenbacher in einer Studie vom Freitag. Die Zahl der abgesagten Flüge sei allerdings gering, und damit halte sich auch der finanzielle Schaden in Grenzen. Der Experte hat den Eindruck, dass die lang anhaltenden Verhandlungen an Dynamik gewinnen und die Chancen einer Einigung steigen. Optimistischer ist die DZ Bank. Dirk Schlamp bestätigte die Kaufempfehlung und das Kursziel von 18 Euro. Auch er ist der Meinung, dass der Ausstand negativ sei, weil er das Erreichen der Jahresziele für die Fluggesellschaft weiter erschwere. Als große Überraschung sieht der Experte den neuen Streik allerdings nicht.

Übergangsrente im Fokus

Hintergrund des Streiks ist der seit längerem schwelende Tarifkonflikt. Dabei geht es um die Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten in ihrem Vorruhestand erhalten. Die Gewerkschaft will in dem Tarifkonflikt größere Einschnitte bei den Vorruhestandsregelungen für die rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten verhindern. Sie erklärte, jederzeit "einigungsbereit" zu sein, um Streiks abzuwenden. Erst am vergangenen Freitag hatte die Gewerkschaft den Billigflieger Germanwings sechs Stunden lang bestreikt. Dadurch waren 116 von 164 Flügen ausgefallen. Von den Ausfällen waren rund 15 000 Passagiere betroffen.

Vorsicht angebracht

Der Streit um die Übergangsrente hatte bereits im April zum schärfsten Streik in der Lufthansa-Geschichte geführt. Die finanziellen Schäden waren enorm. Die jüngste Erholungsbewegung der Lufthansa-Aktie könnte durch den erneuten Streik zunichte gemacht werden. Trotz der fundamental günstigen Bewertung sollten Anleger deshalb vorerst die weitere Entwicklung der Aktie beobachten.

(mit Material von dpa-AFX)

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