Die in den vergangenen Wochen einmal mehr gebeutelten Anteilseigner von Lanxess dürften sich beim Blick auf die heutigen Kursentwicklungen vermutlich verwundert die Augen reiben. Denn der mit Abstand stärkste Wert im MDAX sind die Papiere des Spezialchemiekonzerns. Diese verteuern sich aktuell um satte 17 Prozent.
Dieser Kurssprung hat drei Gründe. Zum einen ist es die Hoffnung, dass der Iran-Krieg bald enden könnte. Donald Trumps Aussagen zufolge wolle man nun mit Verhandlungen ein Ende des Konflikts und eine Öffnung der Straße von Hormus erreichen. Das käme gerade für ein Chemieunternehmen wie Lanxess passend, denn der MDAX-Konzern leidet aktuell unter den anhaltend hohen Preisen für Öl und Gas. Beide Rohstoffe sind nicht nur wichtige Energieträger, sondern auch Ausgangsrohstoffe für mehrere chemische Produkte. Zudem ist die Blockade der für die gesamte Weltwirtschaft sehr wichtigen Meerenge natürlich ein Risiko für die gesamte Entwicklung der Konjunktur in vielen Ländern weltweit.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Chemietitel im heutigen Handel zulegen. Auch wenn die Gewinne bei BASF mit zwei Prozent und Evonik mit vier Prozent deutlich geringer ausfallen als beim Branchenkollegen. .
Doch Lanxess erhielt heute auch gehörigen Rückenwind von JPMorgan. So hat deren Analyst Chetan Udeshi das Kursziel von 15 auf 18 Euro erhöht. Zudem wurden die Lanxess-Papiere von "Underweight" auf "Overweight" hochgestuft. Seiner Ansicht nach könnten die Kölner der größte Nutznießer von den anhaltenden Produktionsproblemen im asiatisch-pazifischen Raum wegen des Konflikts mit dem Iran sein.
Und ein dritter Grund: Im Zuge des deutlichen Kursanstiegs standen zahlreiche Leerverkäufer nun mit dem Rücken zur Wand. Die Short-Quote ist bei Lanxess sehr hoch (laut shortsell.nl sind es aktuell knapp 15 Prozent). Nachdem nun der Kurs anzog, mussten sich viele Hedgefonds eindecken und trieben dadurch den Kurs noch weiter in die Höhe. Es dürfte spannend sein, wie lange diese Bewegung anhält.
Der Short-Squeeze bei Lanxess läuft aktuell auf Hochtouren. Die Aktie des Spezialchemiekonzerns ist damit nach wie vor ein sehr heißes Eisen und dementsprechend nur für Zocker geeignet. Alle anderen verharren vorerst weiter an der Seitenlinie, zumal das Marktumfeld weiterhin schwierig bleibt.
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Heute, 12:59