++ 30 Aktien im ultimativen Krisencheck ++

Krypto‑Börse Gemini im Visier der Justiz: Sammelklage nach IPO‑Desaster

Krypto‑Börse Gemini im Visier der Justiz: Sammelklage nach IPO‑Desaster
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Philipp Schleu Heute, 13:58 Philipp Schleu

Die Krypto-Börse Gemini steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Was als hoffnungsvoller Börsengang im September 2025 begann, endet nun vor Gericht. Eine in New York eingereichte Sammelklage wirft dem Unternehmen und den Gründern Tyler und Cameron Winklevoss vor, Investoren beim IPO und in den Monaten danach massiv über die strategische Ausrichtung getäuscht zu haben.

Der Aktienkurs spricht eine deutliche Sprache: Nach dem Debüt an der Nasdaq notierte die Aktie zum Handelsstart noch bei 32 Dollar. Seitdem hat das Papier mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Der Schlusskurs am Donnerstag lag bei gerade einmal 6,01 Dollar.

Der Grund: Die Kläger sehen eine Diskrepanz zwischen der Hochglanz-Broschüre des Börsengangs und der Realität. Während Gemini damals mit einer globalen Expansion und dem Ausbau der Nutzerbasis warb, soll das Management den radikalen Kurswechsel hin zu einer auf „Prediction Markets“ fokussierten Plattform bereits im Stillen geplant haben. Die Anleger fühlen sich über die Stabilität des Geschäftsmodells hinters Licht geführt.

Gemini Space Station Inc. (WKN: A41FV4)

Tiefe rote Zahlen und Personalabbau

Auch die operativen Kennzahlen unterstreichen den Druck. Zwar stieg der Umsatz im vierten Quartal um 39 Prozent auf 60,3 Millionen Dollar, doch der Nettoverlust weitete sich auf rund 141 Millionen Dollar aus – im Vorjahr waren es noch 27 Millionen Dollar. Für das gesamte Jahr 2025 summierte sich der Fehlbetrag auf rund 583 Millionen Dollar, nach 159 Millionen Dollar im Jahr 2024.

Als Reaktion auf die Verluste zieht Gemini die Reißleine. Unter der neuen „Gemini 2.0“-Strategie wird das Unternehmen in mehreren Regionen, darunter der EU, Großbritannien und Australien, den Rückzug antreten. Begleitet wird dieser Rückzug von einer massiven Entlassungswelle: Rund 30 Prozent der Belegschaft mussten seit Jahresbeginn gehen. Dass zudem mit dem Finanz-, Betriebs- und Rechtsvorstand gleich drei tragende Säulen das Unternehmen verlassen haben, verstärkt den Eindruck der internen Zerrüttung.

Gemini steht vor einem Scherbenhaufen. Der Versuch, sich als Nischenanbieter für Prognosemärkte neu zu erfinden, wirkt bisher eher wie eine Notlösung als wie eine durchdachte Wachstumsstrategie. Anleger bleiben der Aktie fern.

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