Die Straße von Hormus durchfahren zu wollen, bleibt ein großes Risiko. So hat nun das US-Militär im Golf von Oman einen Tanker mit Kurs auf einen iranischen Hafen angegriffen. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando erklärte, der unbeladene Öltanker unter der Flagge Palaus habe gegen die US-Blockade des Iran verstoßen.
Kurzfassung:
• Das US-Militär griff nach eigenen Angaben einen Tanker im Golf von Oman an, der gegen die US-Maßnahmen gegen den Iran verstoßen haben soll.
• Nach der jüngsten Eskalation haben Israel und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe vorerst eingestellt, drohen aber weiterhin mit harten Gegenmaßnahmen.
• Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, weshalb die Ölpreise auf hohem Niveau verharren und Energiekonzerne davon profitieren.
Indes haben nach der jüngsten Eskalation zwischen Israel und dem Iran beide Seiten immerhin ihre gegenseitigen Angriffe zunächst eingestellt. Die Lage bleibt jedoch fragil. Sowohl Teheran als auch Jerusalem machten deutlich, dass sie auf neue Angriffe mit noch härteren Maßnahmen reagieren würden. Die Ereignisse drohten zugleich die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts zu gefährden.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte die Feuerpause und warnte den Iran vor weiteren Angriffen. "Sie dachten, sie könnten von libanesischem und iranischem Gebiet auf Israel schießen und dass wir nicht reagieren." Dies sei inakzeptabel und werde nicht passieren, betonte er. Auch Trump soll Netanjahu laut Medienberichten davor gewarnt haben, den Konflikt weiter auszuweiten.
Nach dem vorläufigen Ende der Kämpfe lockerten beide Länder einige Sicherheitsmaßnahmen. In Israel öffneten die Schulen wieder regulär, während der Iran Beschränkungen im Flugverkehr aufhob. Auch der Irak und Syrien öffneten ihren Luftraum erneut.
Ganz beruhigt hat sich die Lage allerdings nicht. Die israelische Luftwaffe fing nach eigenen Angaben eine Drohne aus dem Jemen ab. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen hatten zuvor einen Raketenangriff auf Israel für sich reklamiert.
Auslöser der Eskalation waren israelische Angriffe auf Hisbollah-Ziele bei Beirut als Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Libanon. Daraufhin feuerte der Iran erstmals seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel ab. Israel reagierte mit großangelegten Luftangriffen auf Ziele im Iran, darunter strategische Verteidigungseinrichtungen und eine petrochemische Anlage.
Die iranische Militärführung erklärte später ihre Angriffe für beendet, drohte jedoch mit weiteren Maßnahmen, sollte Israel seine Militäraktionen fortsetzen. Im Südlibanon gingen israelische Angriffe nach Angaben libanesischer Medien unterdessen weiter.
Die Blockade der Straße von Hormus von Seiten Irans und der USA geht also weiter. Dementsprechend dürften die Öl- und Gaspreise nach wie vor auf einem hohen Niveau verharren. Dies spielt natürlich in erster Linie Firmen in die Karten, die selbst nicht im Nahen Osten aktiv sind, wie etwa Repsol. Die immer noch relativ günstig bewertete Dividendenperle bleibt ein Kauf (Stopp: 16,00 Euro).
Heute, 06:53