20.07.2018 Benedikt Kaufmann

KI-Wettlauf: Xilinx kauft chinesisches Start-up

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Im Wettrennen um die Vorherrschaft im KI-Markt will Xilinx nicht hinter den Konkurrenten Nvidia und Intel zurückbleiben. Um die Entwicklung in dem Zukunftsgebiet weiter zu Beschleunigen kauft der Chip-Hersteller jetzt zu und zwar beim KI-Start-up Deephi.

Autonome Autos, Sprachsuche und Texterkennung – bereits heute können wir Technologien, die auf Künstlicher Intelligenz beruhen, im Alltag erleben. In Zukunft wird es weitaus mehr Anwendungsbereiche geben. Dabei gilt: Je tiefer Künstliche Intelligenz in unseren Alltag vordringt, desto mehr KI-Chips werden benötigt. Laut den Marktforschern von Allied Market Research soll die Nachfrage nach KI-Chips in den nächsten fünf Jahren jedes Jahr um etwa 50 Prozent zulegen.

Riesiges Marktpotenzial – dem ist sich auch der Chip-Hersteller Xilinx bewusst und geht mit dem Zukauf des chinesischen KI-Start-ups den schnellen Weg im Wettrennen um Fachkräfte. Deephi wurde 2016 von Absolventen der Universitäten Stanford und Tsinghua gegründet und Xilinx investierte bereits früh. Deephi entwickelt unterschiedliche Produkte wie das neuronale Netz für Spracherkennung namens "Descartes", das auf einer Xilinx-FPGA-Plattform betrieben wird.

Neben dem Zukauf setzt Xilinx auf zusätzliche Ausgaben in Forschung und Entwicklung. Mittlerweile machen die Investitionen in die Zukunft 25 Prozent des Umsatzes aus und wuchsen in den vergangenen Jahren sogar schneller als die Erlöse. Im laufenden Geschäftsjahr 2019 will Xilinx die operativen Ausgaben erneut um 10 Prozent erhöhen.

Xilinx kontrolliert etwa 60 Prozent des FPGA-Marktes und verfügt mit Amazon, Baidu oder Alibaba über namhafte Partner. Das KGV von 23 des Chip-Herstellers wirkt angesichts des schwachen Umsatz- und Gewinnwachstums der letzten Jahre hoch. Doch an der Börse zählt die Zukunft und die Analysten erwarten dank der KI-Entwicklungen in den kommenden Jahren steigende Wachstumsraten. DER AKTIONÄR meint: Gewinne laufen lassen.

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