Die Gewinner der Q2-Zahlensaison >> lesen
Foto: Börsenmedien AG
02.06.2017 Fabian Strebin

Ist die Allianz wirklich 200 Euro wert?

-%
Allianz

Die Aktie der Allianz verharrte zuletzt um 170,00 Euro. Neuen Schwung verleiht jetzt eine Studie der Commerzbank. Die Aktie legt heute stärker zu als der DAX und könnte somit auch den Rückstand gegenüber dem Leitindex seit Jahresbeginn ausgleichen. Seit Anfang 2017 stieg der DAX um 13 Prozent, während die Wertpapiere der Allianz lediglich elf Prozent schafften.

Pimco macht Freude

Analyst Michael Haid von der Commerzbank hat die Einstufung für die Allianz auf „Buy“ mit einem Kursziel von 200 Euro belassen. Beim Tochterunternehmen Pimco, das Gelder verwaltet und Fonds vertreibt, haben Kapitalzuflüsse die Probleme gelöst. Positiv schätzt Haid zudem die Effekte der Digitalisierung sowie die Entwicklung im Lebensversicherungsgeschäft ein. Der Anlagehintergrund für die Aktie sei also intakt.

Da ist mehr drin

DER AKTIONÄR traut der Allianz-Aktie mehr zu als die Commerzbank. Steigende Zinsen sollten bei Pimco wieder für fette Gewinne sorgen. Zuletzt rechneten mehrere Analysten außerdem mit einem neuen Aktienrückkauf-Programm bereits im kommenden Jahr. Operativ läuft es ohnehin vor allem bei der oft tot geglaubten Lebensversicherung und im Segment mit privaten Krankenversicherungen.

Ein Blick auf die fundamentale Bewertung zeigt zudem: Die Aktie ist mit einem KGV von nur 11 klar unterbewertet. Denn die Vergleichsgruppe kommt auf 14. Der Konsens erwartet zudem im kommenden Jahr bei der Allianz ein KGV von 10. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1 ist das Papier ebenfalls niedriger bewertet als die Konkurrenz mit im Schnitt 1,7. DER AKTIONÄR rät deshalb zum Kauf der Aktie und hält ein Kursziel von 220 Euro für realistisch. Wer investieren möchte, sollte um 150 Euro einen Stopp setzen.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Allianz - €
Allianz ADR - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7