19.03.2019 DER AKTIONÄR

IPO-Hammer ab März: Uber vs Lyft

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Bald ist es soweit: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, soll der heiß ersehnte Uber Börsengang im April stattfinden. Dies bedeutet, dass Lyft, Uber‘s größter Konkurrent in Sachen Fahrdienstleistungen in Nordamerika, zuvorkommen würde. Lyft plant sein IPO schon für Ende März, beide haben die Papiere für den Börsengang bereits im Dezember bei der SEC (Securities and Exchange Commission) eingereicht. Für Lyft gibt es schon konkretere Details. Laut Bloomberg wird der Börsenwert bei 18,5 Milliarden US-Dollar liegen und der Preis je Aktie zwischen 62 und 68 US-Dollar.


Uber vs Lyft: Der Vergleich


Keine große Überraschung: Uber hat als größeres Unternehmen eine höhere Marktkapitalisierung, einen höheren Umsatz und die vierfache Nutzeranzahl von Lyft, muss sich jedoch mit einem höheren KUV von 10,6 gegen Lyft’s 8,4 geschlagen geben. Beide Firmen, wie bei Start-ups sooft üblich, schreiben noch rote Zahlen.

Lyft konnte seinen Umsatz im Vergleich zu 2017 auf 2,2 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Trotz steigender Einnahmen ist der Netto-Verlust um 32 Prozent auf 911 Millionen US-Dollar gestiegen. Laut den Zahlen im Februar war es für Uber das bisher stärkste Jahr. Der Betrieb konnte mit einem Rekordumsatz von 11,3 Milliarden US-Dollar sich um mehr als 50 Prozent steigern und gleichzeitig seine Verluste drastisch senken.

Lyft wird bisher nur in Kanada und in den Vereinigten Staaten angeboten und dort hat Uber mit einem Marktanteil von gigantischen 69 Prozent, ganz klar die Nase vorne. Beachtlich ist allerdings, dass Uber in den letzten Jahren rund 20 Prozent an Marktanteil verloren hat, während Lyft seinen mehr als verdoppeln konnte.

Die Fahrdienstleistungen sind aber nur ein Teil des Uber Universums. Diversifikation ist das Schlagwort. Für CEO Dara Khosrowshahi, ehemaliger CEO von Expedia, war bei Antritt in Mitte 2017, sofort klar, dass das Unternehmen nicht nur aus Autos bestehen darf. Mittlerweile werden sieben verschiedene Dienste angeboten, darunter z.B. „Uber Eats“ und „Uber Bike“. „Uber Eats“ sei ein „explodierendes Geschäft“, sagte Khosrowshahi in 2018. In den USA, wo man einen Marktanteil von 25.2 Prozent hat, liefert man sich bereits ein spannendes Kopf an Kopf an Rennen gegen die Konkurrenten „DoorDash“ (27,6 Prozent) und „Grubhub“ (26,7 Prozent).

Beide Firmen wappnen sich bereits für die Zukunft: Autonomes Fahren ist das Stichwort und die Tests sind bereits im Gange, das große Ziel dahinter ist natürlich die Kosten zu senken, die durch Abgaben an die Fahrer entstehen. Doch Uber steckt seine Ziele noch höher und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit „Uber Elevate“ will man nämlich in Zukunft auch den Luftraum erobern, schnelleres Pendeln wäre dabei natürlich nur eine der endlosen Möglichkeiten, um daraus Profit zu schlagen.

Quelle: https://toddwschneider.com 

Dass Uber insgesamt schon seit einiger Zeit beliebter als Taxis ist, steht natürlich außer Frage, doch dass man sich sogar in der Taxi Stadt schlechthin, New York City, als Nummer Eins durchsetzen konnte, ist zweifelsfrei beeindruckend (siehe Grafik oben). Und die Taxi Branche verliert immer mehr an Marktanteil, was Uber und Lyft weiteren Wachstum beschert, da immer mehr Menschen wechseln.

Allein durch Größe, Vielfältigkeit was unterschiedliche Dienste und Branchen angeht und Verfügbarkeit in über 60 Ländern, kann sich Uber ganz klar gegen seinen Konkurrenten durchsetzen. Für Uber sollte es auch möglich sein, seine Rolle als Marktführer im US Fahrdienstleistungsmarkt weiterhin beizubehalten.

Vor allem japanische Investoren scheinen an der Branche interessiert zu sein, denn seit Ende 2017 ist der japanische Telekommunikationskonzern Softbank mit 15 Prozent Anteil der größte Teilhaber an Uber. Während auf der anderen Seite das japanische Online-Unternehmen Rakuten mit 13 Prozent der größte Teilhaber an Lyft ist.   

Lohnt es sich einzusteigen?

Potenzielle Aktionäre sollten Folgendes nicht vergessen: Uber wird vorerst auch weiterhin rote Zahlen schreiben und Aktienkurse verhalten sich direkt nach dem Börsengang überdurchschnittlich volatil. Wird ein Blick auf die größeren IPO’s der letzten Jahre, also z.B. Facebook, Alibaba, Snapchat oder Twitter, geworfen, fällt doch etwas auf (siehe Grafik unten). Kurz nach der IPO kann es zu einer kürzeren „Anfangsrallye“ kommen, siehe Snapchat, Twitter und Alibaba, bei Facebook blieb diese komplett aus. Doch früher oder später ist der Kurs um mehr als die Hälfte eingebrochen, verglichen mit dem Anfangskurs. Nur Alibaba konnte sich mit etwas weniger als minus 40 Prozent noch oberhalb einer Halbierung halten. Während Snapchat und Twitter noch immer darum kämpfen über ihren Anfangskurs zu kommen, konnte Alibaba zum Allzeithoch diesen etwas mehr als verdoppeln und Facebook sogar vervierfachen. Ob sich das Phänomen von Facebook&Co wiederholt, bleibt allerdings abzuwarten.