19.07.2019 Michael Schröder

Heidelberger Druck: „Höchst besorgniserregend“, „massiv negativ“, „alarmierend“ – Aktie auf dem Weg zum Pennystock

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Heidelberger Druck
Trendthema

Die Aktien von Heidelberger Druck drohen nach einer Gewinnwarnung des Druckmaschinenherstellers unter einen Euro zu fallen und somit zu einem Pennystock zu werden. Nach den desaströsen Zahlen melden sich nun die Analysten zu Wort – und die Aussagen haben es in sich.

Heidelberger Druck hat nach einem schwachen ersten Geschäftsquartal seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der Druckmaschinenhersteller leidet wie viele anderen deutsche Industriekonzerne an der steigenden Zurückhaltung der Kunden, die ihre Neuanschaffungen von Maschinen aufgrund der konjunkturellen Eintrübung vorerst zurückhalten.

Analyst Stefan August von Pareto Securities nannte die Entwicklung des Free Cashflow "höchst besorgniserregend". Kein Wunder: Der Barmittelfluss ist mit minus 83 Millionen Euro deutlich schlechter ausgefallen als vor einem Jahr mit minus 45 Millionen Euro. Auch Peter Rothenaicher von der Baader Bank nannte diese Kennziffer "massiv negativ". Warburg Research sagt: „Alarmierend“.

Die DZ Bank hat die Aktie nach den schwachen Zahlen von "Kaufen" auf "Verkaufen" abgestuft und den fairen Wert von 1,60 auf 0,90 Euro gesenkt. Das erste Geschäftsquartal des Druckmaschinenherstellers sei schwach ausgefallen und das Ausmaß der Gewinnwarnung heftig, so Analyst Thorsten Reigber. Die beibehaltene Umsatzprognose sei ambitioniert. Zudem sei die Aktie im Branchenvergleich nicht mehr günstig bewertet.

Heidelberger Druck (WKN: 731400)

Die operative Entwicklung ist höchst bedenklich. Der Vorstand muss das Ruder zeitnah herumreißen. Die Anleger zogen gestern im großen Stil die Reißleine. Im Tagestief büßten die Aktien rund 20 Prozent ein auf 1,076 Euro ein – und gingen bei 1,13 Euro aus dem Handel. Ein Ende der Talfahrt ist vorerst nicht in Sicht. Daher sollten Anleger bei dem Traditionskonzern vorerst weiter an der Seitenlinie bleiben.