14.02.2017 Jochen Kauper

Grammer-Aktie auf dem Weg zum Allzeithoch – Rettung aus China?

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Grammer
Trendthema

Kommt der weiße Ritter aus China? Der Kampf um den Autozulieferer Grammer geht in die nächste Runde. Grammer bestätigte am Dienstag Gespräche über die Begründung einer strategischen Partnerschaft mit Ningbo Jifeng Auto Parts. Über eine Wandelanleihe wird der neue Investor bei Grammer einsteigen. Damit wird Ningbo Jifeng zum Gegenspieler von Nijaz Hastor.

Hastor hält 20,2 Prozent

Grammer- Großaktionär Hastor hat sich in den letzten Wochen in Stellung gebracht. Über mehrere Investmentarme hält er knapp 20,2 Prozent an Grammer.

Grammer-Vorstand Hartmut Müller erwartet eine turbulente Hauptversammlung. Diese steht am 24.Mai an.

Hastor will 5 der 6 Aufsichtsratsmitglieder bei Grammer abwählen und darüber hinaus auch noch Vorstand Hartmut Müller vor die Tür setzen. Bei Grammer kann man sich darauf keinen Reim machen. Die letzten Zahlen waren einmal mehr hervorragend. Laut Grammer-Sprecher Ralf Hoppe „erntet man jetzt die Früchte der Internationalisierung.“ Freilich könnte die Gewinnmarge etwas höher ausfallen.

Jeglicher Versuch, zu Großaktionär Hastor Kontakt aufzunehmen, ist bislang gescheitert. Demzufolge bleibt Grammer eisern und lehnt nach wie vor die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung ab.

Halten! 

DER AKTIONÄR hat in den letzten Tagen darauf hingewiesen, dass höchstwahrscheinlich hinter den Kulissen an einem Gegenpol zu Hastor getüftelt wird. Nach Hastor hielt der nächst größere Aktionär bislang knapp 5,2 Prozent an Grammer.

BMW, Daimler und VW haben ohnehin skeptisch auf die Entwicklungen bei Grammer geblickt. Schließlich hat sich Hastor mit seiner Prevent-Gruppe in den letzten Monaten mit dem mächtigen VW-Konzern angelegt.

Grammer ist mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,5 ohnehin nicht teuer. Das KGV beträgt für 2017 knapp 13. Es bleibt dabei: Kurse um 65 Euro plus X sind durchaus drin. Die Aktie ist auf ein neues Hoch geklettert. Anleger geben kein Stück aus der Hand.

Wie Hochfrequent-Trader die Börse in ein Kasino verwandelt haben

Am 6. Mai 2010 hielt die Finanzwelt den Atem an: Binnen sechs Minuten verlor der S&P 500 sechs Prozent an Wert. Der Dow Jones Industrial Average büßte sogar über neun Prozent ein. Es wurde vermutet, dass ein Börsenhändler sich um mehrere Zehnerpotenzen vertippt und damit eine Verkaufs­lawine ausgelöst hatte. Dieser „Flash Crash“ warf ein Schlaglicht auf das neue Marktumfeld, welches durch die zunehmende Computerisierung des Börsenhandels geprägt ist. Stichwort: Hochfrequenz-Trading. Jim McTague beschreibt in seinem Buch, wie technikbesessene Trader sowie überforderte und ahnungslose Regulierungsbehörden aus dem Aktienmarkt ein Spielkasino gemacht haben. Ein gravierendes Problem daran ist: Der Aktienmarkt kann seine klassische Funktion, aufstrebende, innovative Unternehmen mit dem Kapital inte­ressierter Anleger zu versorgen, nicht mehr in der bisherigen Form wahrnehmen. Wer die veränderte Börsenlandschaft verstehen und wissen will, wie er in Zukunft sein Geld anlegen kann, sollte dieses Buch lesen.