So investieren Sie wie Peter Lynch
09.10.2018 Benedikt Kaufmann

Googles größter Fehler

-%
Alphabet C

Das soziale Netzwerk Google+ wird eingestellt, nachdem 500.000 Nutzerdaten geleakt wurden. Damit findet der erfolglose Versuch Googles, in der Welt der sozialen Netzwerke Fuß zu fassen, ein unschönes Ende.

Google+ wurde 2011 gegründet, um Facebook Konkurrenz zu machen. Doch viele Nutzer konnte die Plattform nie auf sich vereinigen. Jetzt wird, wie Google in einem Blog-Post ankündigt, die Plattform vom Netz genommen.

Der Anlass dafür ist kein schöner: Laut einem Bericht des Wall Street Journal habe ein Software-Fehler dazu geführt, dass hunderttausende private Nutzerdaten des sozialen Netzwerks für App-Entwickler abrufbar waren. Der fehlerhafte Zugang war von 2015 bis März 2018 offen und wurde nach der Entdeckung durch interne Ermittler sofort geschlossen.

Laut den Insiderquellen des Wall Street Journal habe sich Google jedoch dazu entschlossen, das Datenleck nicht zu veröffentlichen, da man sich vor zusätzlichen Regulierungen fürchtete. Brisant, denn ein internes Memo besagt, dass man sich nicht sicher gehen könne, dass die Profildaten mit Angaben wie Name, Wohnort, Beziehungsstatus und Fotos nicht weiterverwendet wurden.

Im Vergleich zu Facebook ein kleines Problem

Nach Facebook schafft sich nun auch Google ein eigenes Datenschutzproblem. Im Gegensatz zu Facebook dürfte die Reaktion am Markt jedoch wesentlich geringer ausfallen. Zum einen wurden nur wenige Datensätze geleakt, zum anderen wurden die Daten nicht unrechtmäßig (zum Beispiel für Wahlmanipulationen) verwendet. Daneben war das Ende von Google+ keine Überraschung für die Anleger. Die Alphabet-Aktie gibt folglich nur leicht nach. Anleger bleiben dabei.

Buchtipp: The Four

Cambridge Analytica, Datenleaks, Steuerflucht: Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Google – oder wie Marketing-Guru Scott Galloway sie nennt: die vier apokalyptischen Reiter – werden von Skandalen geplagt. Und doch sind sie mächtiger und erfolgreicher als je zuvor. Man kann sie weder ignorieren noch boykottieren. Sie haben mit ihren Geschäftsmodellen die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definiert. Scott Galloway führt vor, wie die Vier unsere grundlegenden emotionalen Bedürfnisse mit einer Schnelligkeit und in einem Ausmaß manipulieren, an die andere nicht herankommen. Und er zeigt, welche Lehren man aus ihrem Aufstieg für sein eigenes Unternehmen oder seinen eigenen Job ziehen kann. Ob man mit ihnen konkurrieren, mit ihnen Geschäfte machen oder einfach in der Welt leben will, die von ihnen beherrscht wird – man muss die Vier verstehen

Autoren: Galloway, Scott
Seitenanzahl: 320
Erscheinungstermin: 05.03.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-682-0