Goldman Sachs hat am Donnerstag vorbörslich starke Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt. Die US-Investmentbank profitierte von einem kräftigen Anstieg im Aktienhandel und einer Belebung des Investmentbankings.
Der auf Aktionäre entfallende Gewinn lag bei 4,4 Milliarden Dollar – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie erreichte 14,01 Dollar und lag deutlich über den Markterwartungen von 11,67 Dollar je Aktie. Im Gesamtjahr 2025 stieg der Überschuss um über 20 Prozent auf 16,3 Milliarden Dollar. Die Erträge kletterten um neun Prozent auf 58,3 Milliarden Dollar.
Ein Treiber im Schlussquartal war die Auflösung von Rückstellungen für Kreditausfälle über 2,1 Milliarden Dollar – Folge des Ausstiegs aus dem verlustreichen Apple-Card-Geschäft, das an JPMorgan geht. Auf der Umsatzseite wirkte sich das aus: Die Quartalserlöse sanken um drei Prozent auf 13,45 Milliarden Dollar und lagen damit unter der Analystenschätzung von 13,79 Milliarden Dollar.
Besonders stark lief das Handelsgeschäft. Der Aktienhandel erzielte 4,31 Milliarden Dollar – ein Plus von 25 Prozent. Kein US-Institut verdiente je mehr in einem Quartal. Wachstum kam vor allem aus dem Finanzierungshandel und dem Derivategeschäft mit Hedgefonds und institutionellen Investoren.
Auch der FICC-Bereich (Fixed Income, Currencies, Commodities – also Anleihen, Währungen und Rohstoffe) legte deutlich zu. Die FICC-Erträge stiegen um zwölf Prozent auf 3,11 Milliarden Dollar. Der Bereich Global Banking & Markets kam auf 10,41 Milliarden Dollar Umsatz – 22 Prozent mehr als im Vorjahr.
Das Investmentbanking profitierte vom Aufschwung im M&A-Geschäft. Die Gebühren wuchsen um 25 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar. Die Beratung legte um 41 Prozent auf 1,36 Milliarden Dollar zu. Goldman führte 2025 die globale M&A-Rangliste an mit 10,9 Prozent Marktanteil. Der Auftragsbestand offener Transaktionen stieg zum Jahresende.
In der Vermögens- und Assetverwaltung lagen die Erträge bei 4,72 Milliarden Dollar. Die verwalteten Vermögen stiegen um 15 Prozent auf 3,61 Billionen Dollar. Der Nettozufluss lag bei 116 Milliarden Dollar. Das Nettozinsergebnis kletterte um 58 Prozent auf 3,71 Milliarden Dollar.
Die operativen Kosten stiegen um 18 Prozent auf 9,72 Milliarden Dollar, die Vergütung um 24 Prozent. Die Eigenkapitalrendite erreichte 16 Prozent, die harte Kernkapitalquote 14,4 Prozent. Der Buchwert je Aktie lag bei 357,60 Dollar. Die Dividende steigt von 4,00 auf 4,50 Dollar.
Trotz der soliden Zahlen verlor die Aktie nach Veröffentlichung rund 1,5 Prozent. Anleger nutzten das Rekordniveau für Gewinnmitnahmen. Charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend intakt – die Aktie notiert weiter über GD50, GD100 und GD200.
Goldman Sachs überzeugt operativ und setzt im Aktienhandel neue Maßstäbe. Investmentbanking und Vermögensverwaltung stützen das Ergebnis. Nach der Rally ist eine leichte Konsolidierung nachvollziehbar. Anleger bleiben an Bord.
Heute, 15:05