15.04.2019 Markus Bußler

Gold: Schreckgespenst S-K-S! Kursziel 1.150 Dollar?

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Nach wie vor pendelt der Goldpreis in seiner Handelsspanne. Doch einige technische Analysten haben eine Chartformation ausgemacht, die Unheil verheißen soll: eine Schuler-Kopf-Schulter-Formation (SKS). Mit einem Bruch der Nackenlinie würde sich deutliches Abwärtspotenzial eröffnen. Zunächst in den Bereich von 1.240 Dollar, später vielleicht sogar unter die Marke von 1.200 Dollar. Wie realistisch ist dieses Szenario?

Eine Schulter-Kopf-Schulterformation ist ähnlich wie ein Doppeltop eine (temporäre) Topbildungsformation. Die Formation ist sehr beliebt bei Anlegern, da sie in der Regel relativ einfach zu erkennen ist. Aktuell ist sie beim Goldchart sogar augenfällig. Die Frage: Wie hoch ist die Treffergenauigkeit der SKS? Es gab einen amerikanischen Analysten mit Namen Thomas Bulkowski, der die Genauigkeit in einer Statistik erfasst hat. Seine Benchmark waren Aktien aus dem S&P500 gewesen. Er kam auf eine Treffergenauigkeit von 63 Prozent. In 63 Prozent der Fälle entfaltet die SKS also ihre Wirkung als Topformation, in 37 Prozent der Fälle der Fälle hatte die SKS keine Auswirkungen. Auf den ersten Blick klingt das nicht allzu beeindruckend. Dennoch ist es durchaus von Relevanz und eine SKS kann nicht einfach abgetan werden. Interessanterweise liegt jedoch die Treffergenauigkeit einer inversen SKS als Bodenbildungsformation deutlich höher, über 80 Prozent.

COT-Daten sprechen nicht für einen großen Rutsch

Dennoch sind SKS-Formationen, vor allem wenn sie derart klar auftreten wie im aktuellen Fall, mit etwas Vorsicht zu genießen. Erst ein Bruch der Nackenlinie würde das Szenario in Kraft treten lassen und das Abwärtspotenzial eröffnen. Allerdings liegen unter der Nackenlinie weiterhin die wichtigen Unterstützungen in Form der 1.280/1.273 und anschließend der 200-Tage-Linie, die im Bereich von 1.250 Dollar notiert. Von Horrorszenarien, wenn man das Wort überhaupt gebrauchen will, von Kursen unter 1.200 Dollar sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Noch dazu sprechen die aktuellen Terminmarktdaten (COT-Daten) eher nicht für einen derart großen Kursrutsch.

Fazit: Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation kann nicht wegdiskutiert werden. Dennoch sollten Anleger nicht in Panik verfallen. Die Erfolgsquote ist nicht beängstigend hoch. Von daher bleiben die wichtigen Unterstützungen bei 1.280/1.273 Dollar von übergeordneter Bedeutung für die kurzfristige Entwicklung des Goldpreises. Nach oben wird die Marke von 1.320 Dollar der Schlüssel werden.