14.12.2018 Markus Bußler

Gold: Ein Märchen, mehr auch nicht

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Gold
Trendthema

Menschen, insbesondere Anleger, lieben Korrelationen. Dummerweise führen die meisten davon in die Irre und stellen sich bei genauer Betrachtungsweise meist als Irrglaube heraus. Auch wenn es noch so logisch klingen mag. Viele Anleger glauben zum Beispiel: Öl und Gold müssten parallel laufen. Auf den ersten Blick klingt das einleuchtend.

Öl, der Schmierstoff der Wirtschaft, soll ein guter Wirtschaftsindikator sein. Das leuchtet ein: Läuft die Wirtschaft, dann wird auch mehr Öl nachgefragt. Der Ölpreis kletterte nicht umsonst praktisch Hand in Hand mit dem Aktienmarkt nach oben. Und ein höherer Ölpreis, auch das klingt logisch, zieht eine höhere Inflation nach sich. Schließlich ist Öl in den verschiedensten Dingen, angefangen bei Kunststoffen bis hin zu Treibstoffen enthalten. Inflation aber ist genau das, was den Goldpreis bewegen soll. Steigt Öl, dann sollte auch der Goldpreis steigen.

Leider hält eine solche Betrachtung aber dem Realitätscheck nicht Stand. Betrachtet man die Entwicklung von Öl und Gold in einem Chart, dann fällt es schwer, irgendeine Art von Korrelation zu erahnen – sei es eine positive oder eine negative. Die Gründe sind mannigfaltig. Die Inflation hängt zum einen nicht ausschließlich vom Ölpreis ab. Dazu ist die Entwicklung der Preise bei Rohstoffen sehr stark Sentiment getrieben. Die Betrachtung von Angebot und Nachfrage führt dabei häufig in die Irre. Eine echte Knappheit nämlich gab es auf dem Ölmarkt nicht – und dennoch ist der Preis gestiegen.

Ein Tipp: Nur weil viele Korrelationen als gegeben hinnehmen, weil die Argumentation so herrlich logisch klingt, sollte man dennoch immer einmal einen Realitätscheck durchführen. Zwei Charts verraten häufig, dass solche Korrelationen eher ins Reich der Märchen gehören und selten eine Anlageentscheidung darstellen.