25.11.2014 Markus Bußler

Gold, die FED und ein seltsames Spiel

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Gold
Trendthema

Nachdem derzeit die ganze Welt in die Schweiz blickt, ist die Nacht- und Nebelaktion der Niederlande etwas untergegangen. Die Holländer haben 122 Tonnen Gold aus Tresoren in New York nach Amsterdam bringen lassen. Die Rückholaktion habe kürzlich stattgefunden, teilte die Nationalbank mit. Das Ganze wirft einige Fragezeichen auf.

Sie erinnern sich sicher, dass Deutschland ebenfalls bestrebt gewesen ist oder noch immer ist, Gold aus den USA nach Deutschland zurückzuholen. Im vergangenen Jahr fanden gerade einmal fünf Tonnen ihren Weg zurück nach Deutschland. Logistische Probleme wurden damals als Begründung angeführt. Ich hatte schon mehrfach an dieser Stelle gesagt, wie lächerlich eine solche Begründung ist. In Zeiten, in denen China weit über 1.000 Tonnen Gold pro Jahr importiert können logistische Probleme kaum als Erklärung für eine derart schleppende Aktion herhalten.

Neue Pläne?

Mittlerweile gibt es Spekulationen, Deutschland könnte von seinen Plänen abgerückt sein, das Gold aus den USA nach Deutschland zu holen. Norbert Barthle, der haushaltspolitische Sprecher der Union im Bundestag sagte, dass man das Gold in Amerika lasse. Es gebe absolut keinen Grund, Amerika zu misstrauen.

Die Niederlande haben gezeigt: Die Tresore in New York sind offensichtlich nicht völlig leer. Sie haben aber auch gezeigt, wie schnell man eine größere Menge Gold nach Hause holen kann. Wieso die Bundesbank dem Beispiel nicht folgt, ist nicht nur schwer nachvollziehbar. Vieles bleibt nebulös, wie etwa das Umschmelzen der Barren in der Schweiz.

Meines Erachtens kann es sich die Bundesbank nicht leisten, von den Plänen zur Rückholung des Goldes aus den USA abzuweichen. Dass man einen derart großzügigen Zeitplan gewählt hat, ist jedoch nicht nachvollziehbar. Das Referendum in der Schweiz könnte im Erfolgsfall den Druck auf die Bundesbank verstärken. Denn in dem Fall würde auch die Schweiz ihr gesamtes im Ausland gelagertes Gold zurück in die Schweiz bringen. Und wer weiß genau, wie viel Gold tatsächlich in den ausländischen Tresoren lagert?