25.10.2019 Michel Doepke

Gilead unter Druck: "Weil es langweilig ist"

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Gilead Sciences
Trendthema

Ohne Glanz und Überraschung: Gilead hat einmal mehr ein Quartal ohne Highlights abgeliefert. Wie erwartet stagniert der Umsatz, das Ergebnis liegt leicht über den Schätzungen. Doch von Kurstreibern weit und breit keine Spur. Das kann sich jedoch schlagartig ändern.

Gilead hat sich Jahr für Jahr mit dem Hepatitis-C-Geschäft eine goldene Nase verdient. Doch die Erlöse brechen seit geraumer Zeit weg. So auch im dritten Quartal: Die Erlöse knickten in diesem Segment um 25 Prozent auf 674 Millionen Dollar ein. Dank eines wachsenden HIV-Geschäftes kann Gilead die Einbußen kompensieren.

Gilead

Enttäuschend ist auch die Entwicklung der CAR-T-Zelltherapie Yescarta, die sich Gilead durch die Übernahme von Kite Pharma einverleibt hat. Zwar kletterten die Erlöse um 57 Prozent zum Vorjahresquartal, im Vergleich zum Q2 gingen die Yescarta-Einnahmen jedoch zurück.

Unter dem Strich bleibt ein Ergebnis von 1,75 Dollar im dritten Quartal hängen. Brian Skorney, Analyst bei Baird, kann die Enttäuschung nachvollziehen. CNBC zitierte Skorney: "Weil es langweilig ist. Es ist wie jedes Quartal, wenn man darüber spricht, ein innovatives Unternehmen zu sein und ein innovatives Team aufzubauen, aber nichts zu zeigen hat."

Gilead Sciences (WKN: 885823)

Gilead hat zuletzt den Einfluss bei der belgischen Galapagos vergrößert und einen zusätzlichen Milliardenbetrag investiert. Der große Hoffnungsträger Filgotinib verfügt über Blockbuster-Potenzial. Auch GLPG1690, ein potenzieller Wirkstoff zur Behandlung der Idiopathischen Lungenfibrose (IPF), könnte langfristig frisches Wachstumspotenzial freisetzen. Doch das dürfte nicht ausreichen, um die Gilead-Anleger zu überzeugen.

M&A im Fokus

Das Gilead-Management rund um den in diesem Jahr bestellten CEO Daniel O'Day verfügt über die nötigen liquiden Mittel, um das Übernahmekarussell im Biotech-Sektor wieder in Schwung zu bringen. Größere Akquisitionen und eine überzeugende Wachstumsstrategie könnte die Gilead-Aktie wieder aus der Lethargie befreien.

Die Quartalsbilanz haut auch den AKTIONÄR nicht vom Hocker. Entsprechend bleibt die Einschätzung bestehen: Die Gilead-Aktie ist höchstens ein Fall für die Watchlist.