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18.02.2016 Florian Söllner

Gefahr für Rocket Internet: „Gnadenloser Shake-Out bei Food Delivery ähnlich wie in Dot-Com-Bubble 2000“

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DAX

Essen per Internet sollte das nächste große Ding werden. Vor einem Jahr stieg Rocket Internet etwa für eine halbe Milliarde Euro bei dem Lieferservice Delivery Hero ein. Das Gesamtportfolio von Rocket Internet besteht mittlerweile zu 40 Prozent aus Beteiligungen in der Food-Branche. Doch nun sinken die Bewertungen in der Branche deutlich. Jüngstes Beispiel: Das Food-Delivery-Start-up DoorDash wollte zu einer Bewertung von einer Milliarde Dollar Geld einsammeln. Doch die Finanzierung gelang nur zu einer Bewertung von 700 Millionen Dollar.

DER AKTIONÄR hat jetzt mit Buchautor Thomas Rappold („Silicon Valley Investing“) gesprochen. Die Multiples für solche Firmen würden derzeit „definitiv“ ins Rutschen kommen. „Bei Food Delivery gibt es einfach zu viele Anbieter auf dem Markt und zwar auf allen Märkten, also in den USA, Europa und Asien. Zudem wird zuerst beim Essen und Catering gespart - dementsprechend ist das Business auch konjunktursensitiv."

„Hoher Cash-Burn“
Nachteil bei den Food-Delivery-Geschäftsmodellen ist laut Rappold, dass die Margen sehr gering, häufig negativ sind und die Cash-Burn Rate sehr hoch ist. Rocket-Internet-Aktionäre dürfte vor allem diese Aussage erschrecken: „Bei den Food Deliverys gehe ich von einem gnadenlosen Shake-Out aus, ähnlich wie wir es im Dot-Com Bubble 2000 mit e-Commerce erlebt haben.“
Rappold zufolge dürfte die hohe Burn-Rate von Hello Fresh auch der Grund gewesen sein, dass dessen IPO von Rocket Internet nicht in Angriff genommen worden ist. „Aktuell ist das IPO-Fenster zu.“

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Rocket Internet unter Druck
Mit solchen Aussagen wachsen die Zweifel, wie nachhaltig der in der Rocket-Internet-Bilanz ausgewiesene Last-Portfolio-Value in Höhe von rund sechs Milliarden Euro ist – Reduzierungen von Beteiligungswerten drohen. Die gute Nachricht: Angesichts einer Marktkapitalisierung von nur noch drei Milliarden Euro hat die Rocket-Aktie schon einiges an negativen Nachrichten eingepreist. Und laut Rappold gibt es immerhin noch potenzielle Käufer solcher Firmen: „Es findet auch von den großen Unternehmen wie Alphabet und Salesforce ein regelrechtes bashing auf solche Unicorns statt. Doch dahinter steckt auch ein Eigeninteresse, um interessante Unternehmen günstiger kaufen zu können.“

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