10.05.2019 Jan Heusinger

Geely: Das steckt hinter dem Kursrutsch

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Geely
Trendthema

Der chinesische Autobauer Geely hat Absatzzahlen für April 2019 veröffentlicht und erneut einen deutlichen Rückgang vermelden müssen. Sollten die Verkäufe in nächster Zeit nicht an Fahrt aufnehmen, ist das Jahresziel in Gefahr. Trotzdem bleibt die Aktie eine der spannendsten Autowerte auf dem internationalen Kurszettel.

Der April lief für Geely alles andere als rund: Lediglich 103.908 Fahrzeuge konnte das Unternehmen an den Mann bringen, was einen Rückgang auf Jahresbasis um gut 19 Prozent entspricht. Auch im Vergleich zum Vormonat lagen die Absatzzahlen 17 Prozent niedriger. Die Verkaufszahlen von Lynk&Co, dem Joint Venture mit Volvo, sind in diesen Zahlen bereits enthalten.

Jahresziel in Gefahr?

In den ersten vier Monaten des Jahres hat Geely 470.496 Fahrzeuge verkauft. Das sind in etwa 31 Prozent des Absatzziels von 1.510.000 Einheiten für das Jahr 2019. Im vergangenen Jahr hat Geely im selben Zeitraum noch neun Prozent mehr Autos und gleichzeitig im Gesamtjahr lediglich 1.382.000 Fahrzeuge abgesetzt. Ob das Unternehmen angesichts des schwachen Jahresstarts die ambitionierten Ziele erreichen kann, ist fraglich. Eine Absatzwarnung erscheint auch angesichts des sich erneut zuspitzenden Handelskonflikts nicht abwegig. Ein weiterer deutlicher Kursrutsch könnte folgen.

Aussichtsreich

Kurzfristig orientierte Anleger halten aus diesem Grund von der Aktie vorerst Abstand und warten eine Bodenbildung ab. Für langfristig orientierte Anleger bietet das Unternehmen weiterhin spannende Aussichten. Über 30 neue Elektroflitzer will Geely in den nächsten Jahren auf den Markt bringen. Zudem drängt das Unternehmen in den europäischen und nordamerikanischen Markt.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Autor hält Positionen an Geely, die von einer etwaigen aus der Publikation resultierenden Kursentwicklung profitieren.