Mehr Insights, mehr Chancen – mit DER AKTIONÄR Plus
Foto: Börsenmedien AG
16.02.2015 Thorsten Küfner

Gazprom: Immer noch extrem günstig bewertet

-%
DAX

Die Aktie von Gazprom konnte an den vergangenen Handelstagen wieder kräftig zulegen. Hauptgrund hierfür waren natürlich die jüngsten Entwicklungen im Konflikt um die Ostukraine. Die Hoffnung auf eine nachhaltige Entspannung hat den Kurs deutlich beflügelt. Doch wie weit kann die Aktie jetzt noch steigen?

Rein fundamental betrachtet, könnten sich die Anteile des weltgrößten Erdgasproduzenten natürlich noch beträchtlich verteuern. Schließlich liegen die KGVs von anderen Energieriesen wie Exxon Mobil, BP oder Shell für das laufende Jahr bei 17 bis 22 (für 2016 bei 12 bis 17). Das KGV für Gazprom beläuft sich hingegen gerade einmal auf 3 (für 2015 sowie für 2016).

Während bei den westlichen Öl- und Gasförderern in der Regel ein kleiner bis satter (Exxon) Aufschlag auf den Buchwert bezahlt wird, notieren die Gazprom-Papiere satte 80 Prozent darunter. Zugegeben, ein gewisser Abschlag ist wegen der politischen Risiken natürlich verständlich, doch dieses extreme Ausmaß erscheint übertrieben.

Abhängig von der Politik

Dennoch werden auch in den kommenden Wochen und Monaten die politischen Entwicklungen der entscheidende Faktor für die Performance der Gazprom-Titel bleiben. Wird die Waffenruhe nicht eingehalten, könnte es rasch wieder bergab gehen. Wird sie hingegen eingehalten und beide Seiten nähern sich einem Kompromiss, könnte der Kurs weiter anziehen und der im Branchenvergleich krasse Bewertungsabschlag abgebaut werden.

Stoppkurs nachziehen

Da die weitere Entwicklung im Ukraine-Konflikt aber nur schwer prognostizierbar bleibt, bleibt auch die Aktie von Gazprom weiterhin ein sehr heißes Eisen und für konservative Anleger ungeeignet. Mutige Anleger mit einem langen Atem können hingegen weiterhin zugreifen. Der Stoppkurs sollte auf 3,20 Euro nachgezogen werden.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
DAX - Pkt.
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7