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18.09.2014 Marion Schlegel

Gazprom gibt weniger Gas – was ist da los?

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Im Streit um angeblich verringerte Gaslieferungen nach Westeuropa hat der russische Konzern Gazprom nach Angaben aus Kiew und Bratislava den Transit durch die Ukraine massiv gesenkt. Über Uschgorod im Westen des Landes "findet ein Transit statt, doch wurde er um 25 Prozent reduziert", sagte der ukrainische Energieminister Juri Prodan am Mittwoch in Kiew. Der slowakische Gaskonzern SPP teilte nach einem Bericht der Kiewer Agentur Unian mit, die Lieferungen seien bereits den zweiten Tag in Folge geringer ausgefallen. Auch Polen und der deutsche Energiekonzern E.on hatten in den vergangenen Tagen geklagt, dass weniger Gas durch die Pipelines gekommen sei. Russland hatte Mitte Juni seine Gaslieferungen an die Ukraine mit der Begründung gestoppt, das Land begleiche seine Schulden nicht. Gazprom will nur noch gegen Vorkasse liefern, was Kiew verweigert. Die EU plant ein Gespräch mit Vertretern Russlands und der Ukraine zu den Gaslieferungen. Ein Termin steht noch nicht fest.

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Angst vor Gegenreaktionen
In dieser Woche hieß es noch: Wie der stellvertretende Energieminister des Landes, Anatoli Janowski, erklärte, beabsichtigt Russland keine Gegenreaktion. Janowski betonte: „Ich weiß nichts davon. Soviel ich weiß, hat Russland keine solchen Gegenmaßnahmen geprüft. Gegen-Sanktionen sind kontraproduktiv und nicht sehr geeignet für uns oder die anderen Parteien.“ Viele Marktteilnehmer befürchten aber angesichts der Sanktionen der westlichen Staaten Gegenreaktionen aus Moskau. 


Gazprom für Mutige
Die Aktie von Gazprom bleibt wegen der hohen Volatilität und der hohen politischen Risiken weiterhin ein heißes Eisen und daher nicht für konservative Anleger geeignet. Wer allerdings über ausreichend Mut und Geduld verfügt, kann sich die aktuell enorm günstig bewertete Aktie von Gazprom ins Depot legen. Der Stopp sollte bei 4,70 Euro platziert werden.


(Mit Material von dpa-AFX)

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