Mehr Insights, mehr Chancen – mit DER AKTIONÄR Plus
Foto: Börsenmedien AG
03.05.2019 Thorsten Küfner

Gazprom: Diese Zahl klingt bedrohlich

-%
Gazprom

Die Anfang der Handelswoche vorgelegten Zahlen (mehr dazu lesen Sie hier) haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig die westeuropäischen Märkte für den Erdgasriesen Gazprom sind. Doch gerade hierfür gab es nun Daten, welche Gazprom-Aktionären nicht gerade gefallen werden. Welche Bedrohung steckt dahinter?

Um satte 272 Prozent sind die US-LNG-Exporte in die EU seit Juli 2018 gestiegen. Im vergangenen Sommer hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dem US-Präsidenten Donald Trump noch versprochen, dass man mehr US-Flüssiggas importieren werde.

Kein Grund zur Panik
Doch für Gazprom, den Platzhirsch am europäischen Gasmarkt, ist das noch kein Grund zu erhöhter Sorge. Denn die hohe Steigerungsrate liegt schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass das Vergleichsniveau sehr gering war.

Selbst nach dem beeindruckenden 272-Prozent-Sprung beträgt der Marktanteil der US-Importe an LNG lediglich 14 Prozent. Und Flüssiggas selbst macht weniger als die Hälfte aller Gasimporte der EU aus.

Gazprom diversifiziert sich
Darüber hinaus werden für Gazprom durch den Bau der Pipelines in die Türkei und vor allem nach China zukünftig auch andere Märkte erheblich an Bedeutung gewinnen. Die Abhängigkeit vom europäischen Absatzmarkt wird dadurch deutlich sinken.

Mutige bleiben an Bord
Mutige Anleger mit einem langen Atem können bei der mit einem KGV von 3 und einem KBV von 0,3 extrem günstigen Gazprom-Aktie nach wie vor an Bord bleiben (Stopp: 3,50 Euro).

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7