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15.08.2016 Thorsten Küfner

Gazprom: Das wird teuer!

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Gazprom

Gazprom muss die geplante Nord-Stream-2-Gaspipeline durch die Ostsee womöglich alleine bauen, also ohne die geplanten fünf westlichen Partner. Denn die Unternehmen ziehen ihre Anmeldung bei der polnischen Wettbewerbsbehörde zurück, wie  Gazprom, Engie (früher GDF Suez), OMV, Shell, Uniper und Wintershall am Freitag mitteilten.

Gazprom hätte an der Nord-Stream-2-Gesellschaft 50,0 Prozent halten sollen, die fünf Partner jeweils 10,0 Prozent, sah der Gesellschaftervertrag vor. Der wird jedoch nicht umgesetzt, Gazprom bleibt 100-Prozent-Eigentümer der Nord Stream 2 AG. Nord Stream 2 soll auf rund 1.200 Kilometern Länge von der Region Sankt Petersburg (Russland) durch die Ostsee bis zur deutschen Küste führen - mit zwei parallelen Leitungen auf dem Meeresboden mit jeweils 27 Milliarden Kubikmeter Jahreskapazität, in Summe also rund 55 Milliarden Kubikmeter. Die beiden Leitungen sollten 2018 bis 2019 gebaut werden und bis Ende 2019 in Betrieb gehen. Als vorläufiger Investitionsaufwand waren knapp acht Milliarden Euro veranschlagt, vollständig privat finanziert.

Finanzielle Herausforderung
Für Gazprom sind das schlechte Nachrichten. Schließlich hat der Konzern mit dem Bau der Pipelines nach China ohnehin schon einen finanziellen Kraftakt zu bewältigen. Die Finanzierungsbedingungen für russische Unternehmen sind derzeit immer noch eher suboptimal. Zudem kommt die geplante Anordnung der russischen Regierung, dass halbstaatliche Konzerne künftig 50 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausschütten müssen, zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

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Große Probleme, aber auch große Chancen
Wegen des finanziellen Kraftaktes, den Gazprom in den kommenden Monaten und Jahren zu bewältigen hat, und der politischen Risiken bleibt die Aktie des Erdgasriesen ausnahmslos für mutige Anleger geeignet. Wer auf eine Neubewertung der extrem günstig bewerteten Anteile (2016er-KGV von 4; KBV von 0,3 und eine Dividendenrendite von möglicherweise bald über zehn Prozent) setzen will, sollte den Stopp bei 3,10 Euro belassen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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