Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
24.03.2020 Pierre Kiren

Fraport: Aktie trotz rückläufiger Passagierzahlen gefragt – Turnaround voraus?

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Fraport

Fraport Chef Stefan Schulte deutete es bereits bei der Jahreszahlenvorlage Ende Februar an: 2020 wird kein einfaches Jahr für den Frankfurter Flughafenbetreiber. Die nun veröffentlichten rückläufigen Passagierzahlen bestätigen den befürchteten Einbruch – auch der Frachtverkehr schrumpft deutlich. Trotzdem steigt die Aktie.

Im Zuge der Corona-Krise steht der Flugverkehr fast vollständig still. Das belastet auch das Tagesgeschäft des Frankfurter Flughafenbetreibers: In der zwölften Kalenderwoche brach die Passagierzahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 75 Prozent auf 331.353 Fluggäste ein und das Frachtvolumen fiel um 20 Prozent auf 36.591 Tonnen. Die Zahl der gesamten Flugbewegungen ging um circa 58 Prozent auf 3.960 zurück. Fraport möchte ab sofort wöchentlich über das Verkehrsaufkommen am größten deutschen Flughafen berichten.

Fraport generiert Einnahmen für jeden abgefertigten Passagier. Zusätzlich verdient das Unternehmen an jedem Euro mit, den Fluggäste im Einzelhandel und Restaurants der Terminals ausgeben. Jeder ausbleibende Passagier belastet das EBITDA um zehn bis 14 Euro. Doch Fraport beweist Krisenmanagement: Der Flughafenbetreiber hat bereits den Großteil seiner Belegschaft bis Ende Mai in Kurzarbeit geschickt.

Fundamental lief es für Fraport vergangenes Jahr noch prächtig: Der Konzernumsatz stieg um 6,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das EBITDA legte um 4,5 Prozent auf circa 1,2 Milliarden Euro zu. Noch hält Fraport an seinen Dividendenplänen von zwei Euro je Aktie fest.

Fraport (WKN: 577330)

Im heutigen Handelsverlauf kann die Aktie elf Prozent zulegen. Auf dem aktuellen Niveau gehört der Wert auf die Watchlist: Mit einem 2020er-KGV von 6 und einer Dividendenrendite von 5,5 Prozent ist die Aktie eine echte Alternative gegenüber der Deutschen Lufthansa. Eine Bodenbildung sollte jedoch abgewartet werden.