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30.07.2019 Martin Mrowka

Flut von Quartalszahlen: Diese 30 Unternehmen aus DAX und Co. melden heute

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DAX

Rush Hour am deutschen Aktienmarkt. Am Dienstag melden mehr als 30 Unternehmen ihre Quartalszahlen, darunter auch viele aus dem Ausland. Hierzulande stehen fünf DAX-Werte im Blickpunkt. Außerdem dürften Konjunkturdaten die Kurse bewegen. Ein Ausblick auf die wichtigsten Themen, die Anleger heute beachten sollten.

Am Dienstag zeigt sich zum Auftakt am deutschen Aktienmarkt keine einheitliche Tendenz. Während sich auch die US-Börsen am Vorabend im späten Handel uneinheitlich zeigten, legten die Kurse an den fernöstlichen Aktienmärkten am Dienstag überwiegend zu. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX kaum verändert bei 12.424 Punkten taxiert.

Auch am Montag hatte der Leitindex praktisch auf der Stelle getreten. Heute verarbeitet der DAX recht unterschiedliche Vorgaben. In Fernost, wo die japanische Notenbank die Anleger mit ihrer weiterhin extrem lockeren Geldpolitik antrieb und die Gespräche im US-chinesischen Handelsstreit wieder aufgenommen werden, stiegen die Kurse. - Was heute die Aktienkurse bewegen dürfte.

Vorgaben aus den USA

Die Anleger an der Wall Street haben wenige Tage vor dem Zinsentscheid der US-amerikanischen Notenbank Fed überwiegend Gewinne mitgenommen. Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren am Montag noch dünn gesät. Der Dow Jones Industrial behauptete letztlich ein knappes Plus von 0,1 Prozent auf 27.221 Punkte. Damit knüpfte der US-Leitindex an seine kraftlose Entwicklung der vergangenen Tage an. Schwächer entwickelten sich die anderen Indizes, die vor dem Wochenende noch neue Rekordmarken erreicht hatten. Die US-Währungshüter stehen an diesem Mittwoch wohl vor der ersten Lockerung ihrer Geldpolitik seit etwas mehr als zehn Jahren.

Vorgaben aus Fernost

Die Börsen Asiens haben am Dienstag nach dem verhaltenen Wochenstart leicht zugelegt. Die japanische Zentralbank hielt angesichts der hartnäckig niedrigen Inflation an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest und signalisierte weitere Handlungsbereitschaft. Auch in den USA wird noch in der laufenden Woche mit der ersten Zinnsenkung seit mehr als zehn Jahren gerechnet. Zudem nehmen die USA und China an diesem Dienstag nach monatelanger Pause ihre Handelsgespräche wieder auf. In Japan schloss der Nikkei 225 um 0,4 Prozent verbessert bei 21.709 Punkten. An Chinas Festlandbörsen ging es für den CSI 300 um 0,7 Prozent aufwärts und in Hongkong gewann der Hang Seng 0,3 Prozent.

Quartalszahlen

Hierzulande ist es vor allem die Berichtssaison, die am Dienstag die Aktienanleger beschäftigt. Alleine im DAX gilt es von fünf Indexmitgliedern die Resultate zu verarbeiten. Aufwärts geht es vorbörslich bei dem Gesundheitskonzern Fresenius, der die Umsatz- und Gewinnerwartungen im zweiten Quartal übertraf und seine Ziele für das restliche Geschäftsjahr anhob. Die Fresenius-Tochter FMC stand vorbörslich hingegen unter Druck.

Ein schwieriges Geschäft mit Landwirten stimmt den Agrarchemie- und Pharma-Konzern Bayer für das Gesamtjahr ein wenig vorsichtiger, der Jahresausblick wurde als "zunehmend ambitioniert" bezeichnet. Parallel steigt in den USA die Zahl der Glyphosat-Klagen gegen den Chemie- und Pharmakonzern rasant weiter. Für die Titel ging es vorbörslich um etwa ein Prozent bergab.

Andere DAX-Werte zeigten sich vor Börsenstart noch wenig auffällig. Der Preiskampf im Europa-Geschäft und die gestiegenen Kerosinpreise haben der Lufthansa im zweiten Quartal wie erwartet einen deutlichen Gewinneinbruch eingebrockt.

Beim Baustoffkonzern HeidelbergCement hat der Bauboom in Europa das erste Halbjahr geprägt. Umsatz und operatives Ergebnis legten zu. Allerdings drückten Aufwendungen für den Verkauf von Geschäftsaktivitäten auf den Gewinn. Die HeidelCement-Aktie zeigte sich vorbörslich etwa 0,5 Prozent verbessert.

Beim Essenslieferant Delivery Hero lobten Händler in ersten Kommentaren ein starkes Auftragswachstum im zweiten Quartal. Für die Aktie ging es vorbörslich um fast zwei Prozent nach oben. Auch die Aktien von Dialog Semiconductor steuern im MDAX auf einen positiven Start zu. Laut Analyst Sandeep Deshpande gab es kaum etwas zu bemängeln.

Der Leasinganbieter Grenke verschreckte seine Anleger mit einer Gewinnwarnung, die Titel sackten vorbörslich um 11 Prozent ab. Bei Schaeffler dagegen sorgte ein gesenkter Ausblick zunächst nicht mehr für große Unruhe. Die Aktie zeigte sich auf der Plattform Tradegate 0,6 Prozent schwächer.

Weitere Quartalsergebnisse werden unter anderem erwartet von: Air Liquide, AMD, Amgen, Apple, BP, Capgemini, DMG Mori, Electronic Arts, Eli Lilly, Huawei, LG Electronics, L'Oreal, Mastercard, Merck & Co., Nintendo, Procter & Gamble, Qiagen, Reckitt Benickser, Siemens Gamesa, Sony und Under Amour.

Konjunkturdaten

Die Kauflaune der Bundesbürger ist laut einer Umfrage von den Konsumforschern der GfK im Juli zum dritten Mal in Folge gesunken und auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen. "Die globale Konjunkturabkühlung, der Handelskonflikt und Brexit-Diskussionen verunsichern offenbar mehr und mehr die Verbraucher", teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Morgen mit. Nach einem starken Stimmungseinbruch in der Industrie gibt es damit auch Hinweise auf eine Schwäche im Konsum, der sich bislang als verlässliche Stütze für die deutsche Konjunktur erwiesen hatte. Für August prognostizieren die GfK-Forscher für das Konsumklima einen Wert von 9,7 Punkten nach 9,8 Punkten im Juli. Das ist der tiefste Stand seit April 2017.

Um 11 Uhr wird das Wirtschafts- und Industrievertrauen für die Eurozone veröffentlicht. Um 14 Uhr folgen vorläufige Zahlen zum Verbrauchervertrauen in Deutschland. In den USA wird um 14.30 Uhr der PCE-Preisindex gemeldet und um 16 Uhr das Verbrauchervertrauen.

Verfassungsgericht untersucht EZB-Anleihen-Käufe

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt ab heute Nachmittag (15 Uhr) eineinhalb Tage über die umfangreichen Staatsanleihen-Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Karlsruher Richter hatten schon im Sommer 2017 grundlegende Bedenken gegen die ultralockere Geldpolitik der Währungshüter unter EZB-Präsident Mario Draghi angemeldet. Weil es um EU-Recht geht, schalteten sie damals den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein. Dieser hat die Anleihenkäufe für rechtens erklärt.

Die spannende Frage ist nun, wie das Verfassungsgericht damit nun umgeht. Im äußersten Fall könnte Karlsruhe eine deutsche Beteiligung an solchen Käufen untersagen. Zur Ankurbelung von Inflation und Konjunktur hat die EZB seit März 2015 Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von rund 2,6 Billionen Euro erworben. Seit Januar 2019 wird dafür kein frisches Geld mehr ausgegeben. Weitere Anleihenkäufe sind aber wahrscheinlich. Ein Urteil wird noch in diesem Jahr erwartet.

Mit Material von dpa-AFX

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