27.06.2018 Nikolas Kessler

Ferratum senkt Umsatzprognose – Aktie stürzt ab

-%
DAX
Trendthema

Der finnische Finanzdienstleister Ferratum hat die Anleger am Mittwoch mit gesenkten Umsatzzielen für das Gesamtjahr geschockt. Die Aktie ist daraufhin in der Spitze um fast 20 Prozent abgesackt.

Statt des bislang in Aussicht gestellten Jahresumsatzes im Bereich zwischen 280 und 310 Millionen Euro rechnet das Unternehmen für 2018 nur noch mit Erlösen von 260 bis 280 Millionen Euro. Zur Begründung verweist Ferratum auf eine Umsatzdelle im zweiten Quartal, die auf rückläufige Zahlen bei der Kreditbewilligung aufgrund von „unnötig restriktiven Risikoeinschätzungen“ zurückzuführen sei.

Das Unternehmen kündigte an, die Kriterien für die Kreditvergabe dahingehend zu ändern, dass Risiken, die sich in der Vergangenheit als akzeptabel erwiesen haben, nicht mehr zu einer Ablehnung führen. Man sei zuversichtlich, dass sich das Ausfall-Risiko im Kredit-Portfolio durch die Maßnahme nicht verschlechtert, hieß es in einer Mitteilung. Die bisherige Jahresprognose für die EBIT-Marge von 13 bis 16 Prozent wurde indes bestätigt.

Erstaunlich: Bei der Vorlage der Q1-Zahlen vor exakt vier Wochen war noch keine Rede von einer Prognosesenkung – kein Wunder, dass Equinet-Analyst Philipp Häßler vor diesem Hintergrund von einer bösen Überraschung spricht.

Finger weg!

Auch die Reaktion der Anleger fällt eindeutig aus: Die Aktie ist am Mittwoch in der Spitze um 19 Prozent eingebrochen und dabei auf den tiefsten Stand seit rund eineinhalb Jahren gefallen. Die Talfahrt der vergangenen Monate beschleunigt sich dadurch dramatisch: Seit dem Allzeithoch von Anfang Januar hat sich der Kurs inzwischen mehr als halbiert. Ein weiteres Abrutschen in den Bereich des bisherigen Allzeittiefs bei 12,64 Euro kann trotz der zwischenzeitlichen Stabilisierung im Bereich von 16 Euro nicht ausgeschlossen werden. Aktie meiden!