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Fed-Sitzung: Powell warnt – Zinssenkung im Herbst?

Fed-Sitzung: Powell warnt – Zinssenkung im Herbst?
Foto: Liu Jie/Xinhua News Agency/picture alliance/dpa
Lukas Meyer 30.07.2025, 21:03 Lukas Meyer

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins wie erwartet nicht gesenkt. Doch der Ton von Jerome Powell war deutlich vorsichtiger als zuletzt – mit Warnungen vor einem fragilen Arbeitsmarkt, schwächerem Konsum und unklaren Inflationsrisiken. Die Märkte wittern dennoch eine Wende.

Die US-Notenbank bleibt auf Kurs – vorerst. Die Federal Funds Rate bleibt wie seit Dezember 2024 in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. Die Entscheidung war erwartet worden, doch die Pressekonferenz von Jerome Powell hatte es in sich. Der Fed-Chef sprach ungewöhnlich offen über zunehmende Risiken: Der Konsum kühle spürbar ab, der Arbeitsmarkt wirke anfälliger, die Inflationsrisiken seien durch Zölle, Staatsausgaben und Angebotsengpässe schwer zu greifen. „Jede Sitzung ist offen“, betonte Powell – eine Formulierung, die Spielraum für eine mögliche Wende lässt.

Zinssenkung im September? Interner Dissens wächst

Erstmals seit Jahren gab es offenen Dissens im geldpolitischen Ausschuss: Michelle Bowman und Christopher Waller stimmten gegen die Mehrheit und forderten bereits jetzt eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. Beide gelten als Trump-nahe Ökonomen – Waller wird laut US-Medien sogar als möglicher Nachfolger Powells gehandelt. Präsident Trump hatte den Fed-Chef zuletzt wiederholt attackiert und Zinssenkungen gefordert, um die Konjunktur zu stützen. Doch Powell bleibt stur – zumindest noch.

An den Märkten sorgte Powells Auftritt für Ernüchterung: Zwischenzeitliche Gewinne bröckelten ab, nachdem klar wurde, dass die Fed noch nicht bereit ist, eine Zinssenkung einzuleiten. S&P 500, Nasdaq und Dow Jones rutschten ins Minus. Die Hoffnungen auf eine baldige geldpolitische Wende bestehen zwar weiter – doch die Botschaft war eindeutig: Die Fed bleibt abwartend, der Datenblick entscheidet. Anleger müssen sich auf kurzfristige Schwankungen einstellen.

Infront DowJones (WKN: 969420)

Die Fed steht zwischen Inflationsdruck und Konjunktursorgen. Eine Zinssenkung im September bleibt möglich – aber ist nicht sicher. Für Anleger gilt: Defensive Qualitätstitel und ausgewählte Tech-Werte mit stabilem Cashflow bleiben erste Wahl. Wer auf fallende Zinsen setzen will, sollte US-Daten und Fed-Kommunikation jetzt noch enger verfolgen. Powell hat klargemacht: Alles hängt von den kommenden Zahlen ab – nichts ist entschieden.

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