Sieben neue Highflyer: Nach Apple, Tesla & Co
11.11.2013 Michael Herrmann

E.on und RWE: Brüsseler Schützenhilfe

-%
RWE

Die Wende von der Wende ist derzeit eines der am heißesten diskutierten Themen in Deutschland. Doch auch in Brüssel wird lautstark über die Reform der deutschen Energiewende debattiert. E.on, RWE und Co erhalten dabei erneut Unterstützung aus Brüssel.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) hat die hohen Energiepreise in Deutschland kritisiert. "Es gibt kaum ein Land, in dem der staatliche Anteil am Strompreis so hoch ist", sagte er am Samstag in Neunkirchen beim Landestag der Jungen Union Saar. Der deutsche Strompreis werde "nicht von der Energiepolitik, nicht von der Umweltpolitik bestimmt, sondern von der Haushaltspolitik". Mit Blick auf die Verhandlungen für eine große Koalition in Berlin forderte Oettinger eine "kluge Generalrevision des deutschen Energierechts".

Mit Maß und Ziel agieren

Oettinger plädierte für einen Ausbau erneuerbarer Energien mit Maß und Ziel. Er rate von dem in Deutschland bestehenden "Schweinsgalopp zu immer mehr Photovoltaik und Wind dringend ab". Diese Energieformen seien erst dann wertvoll, wenn man Strom speichern könne. Dies erfordere Forschung und Entwicklung, "und das braucht zehn Jahre oder mehr". Die Reihenfolge der Energiewende müsse deshalb lauten: "Erst die Leitungen und die Speicherung, und dann der Ausbau."

E.on bleibt ein Kauf

Die Aufforderung mit Maß und Ziel zu agieren dürfte bei E.on und RWE gut ankommen. Schließlich leiden sie massiv unter der ausufernden Förderung für Erneuerbare Energien. DER AKTIONÄR sieht unter den deutschen Versorgern weiter E.on besser aufgestellt als RWE. Die Aktie des Branchenprimus bleibt auf dem aktuellen Niveau ein klarer Kauf.

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0